DAV Sektion Berlin für Familien: Mitgliedschaft, Kletterjugend und wo in Berlin tatsächlich geklettert wird

Berlins eigene Sektion des Deutschen Alpenvereins, die DAV Sektion Berlin, hat eine ganz andere Größe und Prägung als Münchens Vorzeigesektion: 1869 gegründet und mit 29.617 Mitgliedern zum 31. Dezember 2025 ist sie die dreizehntälteste Sektion des gesamten DAV, die größte Sektion in Ostdeutschland und, bemerkenswert, Berlins drittgrößter Sportverein überhaupt, nur hinter Union Berlin und Hertha BSC, aber nicht die einzige DAV-Option der Stadt: eine zweite, eigenständige Berliner Sektion, die Sektion AlpinClub Berlin, führt eine eigene Mitgliedschaft und eine eigene Kletterhalle. Eine Familienmitgliedschaft 2026 bei der DAV Sektion Berlin (zwei Erwachsene plus alle Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre am selben Wohnsitz) kostet 148 Euro im Jahr, gegenüber 140 Euro beim eigenen Familientarif der AlpinClub Berlin, der Kinder bis 18 einschließt. Familien treten einer der mehreren nach Geburtsjahrgang organisierten Bergsalamander-Familiengruppen bei, von den Berliner Bergbärchen (Jahrgänge 2023-2025) über Hirschkäfer und Mini Monkeys bis zu weiteren, indem sie direkt eine Gruppenleitung kontaktieren oder an familienreferat@dav-berlin.de schreiben, wobei mehrere gelistete Gruppen, darunter Murmeltiere, Stadthörnchen, Wanderfalken und Kletterschoten, derzeit für neue Mitglieder geschlossen sind. Kinder, die alt genug sind, um ohne Elternteil teilzunehmen, können ab 10 Jahren den JDAV-Kletterjugendgruppen beitreten (Schnupperklettern schon ab 6 Jahren), über eine strenge zentrale Warteliste: Die Sektion verschickt Bestätigungsmails etwa alle sechs Monate erneut, keine Antwort innerhalb von drei Wochen streicht eine Anmeldung vollständig, und eine erneute Anmeldung setzt die Wartezeit wieder auf null. Tatsächliches Klettern findet größtenteils an künstlichen Anlagen statt statt an echtem Fels: die 1.751 Quadratmeter große Kletterzentrum-Halle in Moabit (nur für Mitglieder, wobei Nichtmitglieder unter den Regeln des Landessportbunds eine reguläre vierwöchige Probezeit bekommen), der kostenlose Kletterturm Teufelsberg im Grunewald im Freien (Baujahr 1970, einer der ersten künstlichen Klettertürme Deutschlands, anfängerfreundlich ab Schwierigkeitsgrad II), und die Bunkerwand Humboldthain, die nur für Fortgeschrittene geeignet ist (Grad VI aufwärts) und für Anfänger oder kleine Kinder ungeeignet. Echter Fels im Freien ist so weit im Norden wirklich rar: Brandenburg besitzt im gesamten Bundesland genau eine natürliche Felswand, den Rothsteiner Felsen bei Bad Liebenwerda, rund 140 Kilometer südlich, weshalb die eigenen Familiengruppen der Sektion stattdessen nach Franken zu echtem Fels reisen oder lokal in Brandenburg wandern und echte Klettertage im Freien für weiter entfernte Ausflüge aufheben. Anders als DAV München & Oberland hat die DAV Sektion Berlin keine eigene englischsprachige Mitgliedschaftsseite, deutschsprachige Formulare und direkter E-Mail-Kontakt sind also zu erwarten.

Zwei Berliner DAV-Sektionen, zwei Familientarife

Berlins Bergsteigervereinsszene lässt sich nicht eins zu eins auf München übertragen, und das Gegenteil anzunehmen kostet Monate an Verwirrung. DAV München & Oberland ist Münchens Vorzeige-Alpenvereinssektion, aufgebaut um Dutzende jahrgangsweise organisierte Familiengruppen, die tatsächlich in die Alpen fahren. Die DAV Sektion Berlin, gegründet am 3. November 1869, ist für sich genommen ein wirklich großer Verein, mit 29.617 Mitgliedern zum 31. Dezember 2025 die dreizehntälteste Sektion des gesamten Deutschen Alpenvereins, die größte DAV-Sektion überhaupt in Ostdeutschland und, bemerkenswert, Berlins drittgrößter Sportverein jeder Art, nur hinter Union Berlin und Hertha BSC. Ihre Identität wird aber von der Geografie geprägt: Ohne Berge in der Nähe dreht sich der Alltag der Sektion um Kletterwände in der Stadt, nicht um Alpentouren.

Sie ist außerdem nicht Berlins einzige DAV-Sektion. Ein zweiter, völlig eigenständiger Verein, die Sektion AlpinClub Berlin, führt eine eigene Mitgliedschaftsstruktur und betreibt unabhängig von der DAV Sektion Berlin eine eigene Kletterhalle, die Kletterhalle Hüttenweg.

Berlins zwei DAV-Sektionen, Familienmitgliedschaft 2026
SektionFamilienmitgliedschaftDeckt abEigene Kletterhalle
DAV Sektion Berlin (dav-berlin.de)148 Euro/Jahr2 Erwachsene + Kinder/Jugendliche bis 17, gleicher WohnsitzKletterzentrum, Moabit
Sektion AlpinClub Berlin (alpinclub-berlin.de)140 Euro/Jahr, keine Aufnahmegebühr2 Erwachsene (1 A-Mitglied, 1 B-Mitglied) + Kinder/Jugendliche bis 18Kletterhalle Hüttenweg

Bei der DAV Sektion Berlin lohnt es sich auch, die Einzelbeiträge hinter dem 148-Euro-Familienpreis zu kennen. Die eigene Beitragstabelle 2026 der Sektion listet einen einzelnen Erwachsenen (Jahrgang 2000 oder früher) mit 96 Euro, einen Junior (Jahrgänge 2001-2007) mit 52 Euro, und ein Kind oder eine Jugendliche bzw. einen Jugendlichen (Jahrgänge 2008-2026) mit 44 Euro, die alle ohne Aufpreis in den pauschalen 148-Euro-Familientarif einfließen, sobald sie zu einer Haushaltsmitgliedschaft zusammengefasst werden. Seniorinnen und Senioren (Jahrgang 1955 oder früher), Härtefälle und schwerbehinderte Erwachsene zahlen einen ermäßigten Beitrag von 52 Euro, schwerbehinderte Kinder treten kostenlos bei. Für einzeln beitretende Erwachsene gibt es eine separate, einmalige Aufnahmegebühr von 15 Euro sowie eine Kartenersatzgebühr von 2 Euro. Das Beitragsjahr der Sektion beginnt bereits am 1. Dezember, und wer im Laufe des Jahres neu eintritt, bekommt einen “Gratismonat” geschenkt. Anträge laufen über das DAV-Shop-Portal online, mit einem sofort ausgestellten digitalen Mitgliedsausweis (“Sofortausweis”).

Familiengruppen sind nach Geburtsjahrgang organisiert, mehrere sind voll

Einmal Mitglied, besteht die laufende Familienoption darin, einer der Bergsalamander-Familiengruppen der Sektion beizutreten, jede um einen bestimmten Geburtsjahrgang herum aufgebaut. Bergsalamander selbst fungiert als Dachgruppe und Standardeinstieg, mit wöchentlichen Familienklettern-Terminen (samstags 14 Uhr, sonntags 11 Uhr, mittwochs 11 Uhr), bei denen Eltern und Kinder gemeinsam oder getrennt klettern. Darunter liegen mehrere altersspezifische Gruppen: die Berliner Bergbärchen für Kinder der Jahrgänge 2023-2025 und ihre Geschwister, mit Fokus auf Wandern, Wasseraktivitäten und erstes Klettern; Hirschkäfer für Kinder der Jahrgänge 2015-2020, monatlich zu Klettern, Wandern, Radfahren und Paddeln; und Mini Monkeys für Kinder ab Jahrgang 2020, etwa zweimonatlich zu spielerischen Kletterhallen- und Naturterminen.

Familiengruppen der DAV Sektion Berlin (Bergsalamander), Stand Mitte 2026
GruppeFür wenStatus
Bergsalamander (Dachgruppe)Alle Altersstufen, Einstiegspunkt; wöchentliches FamilienkletternOffen
Berliner BergbärchenJahrgänge 2023-2025 + GeschwisterOffen
HirschkäferJahrgänge 2015-2020Offen
Mini MonkeysJahrgang 2020 und jüngerOffen
MurmeltiereJahrgänge 2015-2018Für neue Mitglieder geschlossen
StadthörnchenJahrgänge 2017-2021Für neue Mitglieder geschlossen
WanderfalkenJahrgang 2012 und älterFür neue Mitglieder geschlossen
KletterschotenUnter 14, Sportklettern-FokusFür neue Mitglieder geschlossen

Ein Beitritt bedeutet, direkt eine Gruppe zu kontaktieren, nicht ein zentrales Formular auszufüllen. Jede Gruppe veröffentlicht ihre eigene Kontakt-E-Mail (Bergsalamander unter bergsalamander@dav-berlin.de, ihr Familienklettern-Zweig getrennt unter familienklettern@dav-berlin.de, und entsprechend für jede benannte Gruppe), und die Sektion betreibt zusätzlich eine allgemeine Kontaktadresse, familienreferat@dav-berlin.de, für Familien, die unsicher sind, welche Gruppe passt, oder Hilfe bei der Suche nach einem freien Platz wollen. Laut den eigenen Gruppenlisten der Sektion Mitte 2026 waren vier der acht oben genannten Gruppen für neue Mitglieder geschlossen, eine Erinnerung daran, dass sich die Gruppenkapazität ständig verschiebt, wenn Kinder herauswachsen und sich die Verfügbarkeit ehrenamtlicher Leitungen ändert.

Nahaufnahme eines Klettergurts mit zwei eingehängten Karabinern, eine Hand greift nach einem dritten Karabiner, darunter ist ein Seil sichtbar

Foto: Katya Wolf, über Pexels

Wo Berliner Familien tatsächlich klettern

Anders als in München, wo Familiengruppen regelmäßig in die Alpen fahren, findet die reguläre Aktivität der DAV Sektion Berlin an künstlichen Anlagen in der Stadt statt, da es weder Berge noch nennenswerten Naturfels in der Nähe gibt. Das Kletterzentrum der Sektion in Moabit (Seydlitzstraße 1H/1K, eröffnet 2013) ist wirklich groß: 1.751 Quadratmeter Kletterfläche im Innenbereich, Wände bis 15 Meter plus eine separate 8,2-Meter-Halle, ein Außenbereich von rund 260 Quadratmetern mit bis zu 13 Metern Höhe, dazu Trainingsextras wie ein Moonboard, ein Campus-Board und ein Café. Klettern dort ist nur Mitgliedern vorbehalten, aber Nichtmitglieder bekommen unter derselben Landessportbund-Regel, die für gewöhnliche Berliner Sportvereine gilt, eine reguläre vierwöchige Probezeit, und Minderjährige unter 14 brauchen vor Ort eine qualifizierte erwachsene Aufsicht, während ab 14 eine unterschriebene Einverständniserklärung der Eltern genügt.

Kletteranlagen der DAV Sektion Berlin
AnlageTypSchwierigkeitZugang
Kletterzentrum (Moabit)Halle innen, 1.751 qmAlle Niveaus, Anfängerkurse angebotenMitglieder; 4 Wochen Probezeit für Nichtmitglieder
Kletterturm Teufelsberg (Grunewald)Künstlicher Turm im Freien, Baujahr 197060+ Routen ab Grad IIKostenlos für Mitglieder
Bunkerwand HumboldthainFlak-Bunker-Wand im FreienNur Fortgeschrittene, Grad VI und höherNur Mitglieder, Vorrang für Berliner Sektion

Zwei Optionen im Freien vervollständigen das Bild, austauschbar sind sie aber nicht. Der Kletterturm Teufelsberg im Grunewald, 1970 als einer der ersten künstlichen Klettertürme Deutschlands gebaut, erreicht 9,8 Meter Höhe mit mehr als 60 Routen ab Schwierigkeitsgrad II, wirklich anfängerfreundlich und kostenlos, sobald man Mitglied ist. Die Bunkerwand Humboldthain ist das Gegenteil: ein umgebauter Flak-Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, seit Mitte der 1980er-Jahre eine legale Kletterwand, mit mehr als 50 Routen bis 15 Metern, aber die weitgehend glatte, strukturarme Betonoberfläche bedeutet, dass Routen etwa ab Grad VI beginnen, also nur für fortgeschrittenes Klettern, kein Ort für ein kleines Kind oder eine Person, die zum ersten Mal klettert.

Die Brandenburger Felsrealität

Wer sich Wochenendausflüge zu echten Felsen vorstellt, so wie die Familiengruppen von DAV München & Oberland in die Alpen fahren, sollte die Erwartungen anpassen. Brandenburgs Flachland hat wirklich fast keinen natürlichen Fels: Unabhängige Reiseführer beschreiben geeignetes Klettergelände im Freien in der Region Berlin-Brandenburg als “so selten wie Cashews in der Studentenfutter-Mischung” und nennen den Rothsteiner Felsen als die Ausnahme, die die Regel bestätigt: einen rund 15 Meter hohen Grauwacke-Felsvorsprung nahe Bad Liebenwerda im Landkreis Elbe-Elster, etwa 140 Kilometer südlich der Berliner Innenstadt, näher an der sächsischen Grenze als an einem für einen Tagesausflug bequemen Ort. Es ist buchstäblich die einzige natürliche Felswand im gesamten Bundesland Brandenburg, mit rund 30 Routen von Grad 1 bis zu einem anspruchsvollen 8- sowie 7 Boulderproblemen.

Diese Knappheit zeigt sich direkt darin, wie die eigenen Familiengruppen der DAV Sektion Berlin ihre Ausflüge beschreiben: Ausflüge werden als Klettern an künstlichem Fels (“Kunstfels”) in Berlin selbst gerahmt, oder als Reisen zu echtem Fels nach Franken (der Frankenjura in Bayern), neben Wandern näher an der Heimat in Brandenburg. In der Praxis bedeutet das: Der lokale Wochenalltag läuft über das Kletterzentrum und den Teufelsberg-Turm, während ein echter Felskletter-Tag im Freien bedeutet, eine tatsächliche Reise nach Süden zu planen, keinen Samstagsausflug nach Brandenburg.

Schritt für Schritt

  1. Entscheiden, welcher der beiden Berliner DAV-Sektionen zuerst beigetreten wird. Die DAV Sektion Berlin (148 Euro/Jahr Familienmitgliedschaft, Kletterzentrum in Moabit) ist die größere, bekanntere Option; die Sektion AlpinClub Berlin (140 Euro/Jahr, Kletterhalle Hüttenweg) ist eine echte zweite Option, wenn die Familiengruppen der ersten Sektion für das Alter des eigenen Kindes voll sind.
  2. Online über das DAV-Shop-Portal für einen sofortigen digitalen Mitgliedsausweis beitreten, dabei im Kopf behalten, dass das Beitragsjahr am 1. Dezember beginnt und wer im Jahresverlauf beitritt, einen kostenlosen “Gratismonat” bekommt.
  3. Direkt an familienreferat@dav-berlin.de oder die eigene Kontaktadresse einer bestimmten Gruppe schreiben, den Geburtsjahrgang des eigenen Kindes mit der aktuellen Bergsalamander-Gruppenliste abgleichen, und damit rechnen, dass manche Gruppen (Mitte 2026 Murmeltiere, Stadthörnchen, Wanderfalken, Kletterschoten) geschlossen sind.
  4. Parallel mit dem Klettern beginnen, statt auf einen Gruppenplatz zu warten: die reguläre vierwöchige Probezeit des Kletterzentrums nutzen, oder kostenlos am Kletterturm Teufelsberg im Freien klettern, sobald die Mitgliedschaft aktiv ist.
  5. Ist das eigene Kind 10 Jahre oder älter, direkt auf der zentralen JDAV-Warteliste registrieren, innerhalb von drei Wochen auf jedes Angebot antworten, um den Platz zu behalten, und während der Wartezeit nur etwa alle sechs Monate mit einer Bestätigungsmail rechnen; Schnupperklettern ist getrennt davon schon ab 6 Jahren möglich.
  6. Die Bunkerwand Humboldthain für später aufheben. Sie ist eine reine Fortgeschrittenen-Wand im Freien ab Grad VI, kein Ort für Anfänger oder kleine Kinder, obwohl kostenlos und im Freien.
  7. Keinen echten Fels in der Nähe erwarten. Wenn Klettern an natürlichem Fels für die Familie wichtig ist, eine tatsächliche Reise nach Franken über die eigenen Familiengruppenausflüge der Sektion planen, statt in Brandenburg selbst zu suchen.

Hinweis zur Verlässlichkeit

Diese Seite beschreibt Mitgliedsbeiträge, Gruppenstrukturen und den Zugang zu Anlagen bei der DAV Sektion Berlin und der Sektion AlpinClub Berlin, Stand Ende Juli 2026. Beiträge, Gruppenöffnungen und -schließungen, Wartelisten-Regeln und Öffnungszeiten der Anlagen ändern sich von Jahr zu Jahr und können sich kurzfristig verschieben. Aktuelle Preise, Gruppenverfügbarkeit und Antragsverfahren vor einer Anmeldung oder Zahlung direkt auf den offiziellen Websites der DAV Sektion Berlin oder der Sektion AlpinClub Berlin bestätigen.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ist die DAV Sektion Berlin die einzige Alpenverein-Option in der Stadt?

Nein. Die DAV Sektion Berlin, 1869 gegründet und mit 29.617 Mitgliedern zum 31. Dezember 2025, ist die größte und bekannteste Option, und diejenige, auf die sich diese Seite konzentriert, aber Berlin hat eine zweite, völlig eigenständige DAV-Sektion, die Sektion AlpinClub Berlin, mit eigener Mitgliedschaftsstruktur, eigenem Familientarif (140 Euro im Jahr für zwei Erwachsene plus Kinder bis 18, gegenüber den 148 Euro der DAV Sektion Berlin für Kinder bis 17) und eigener Kletterhalle, der Kletterhalle Hüttenweg. Sind die Familiengruppen der DAV Sektion Berlin für das Alter des eigenen Kindes voll, lohnt sich ein Blick in die eigenen Gruppenlisten der AlpinClub Berlin, bevor angenommen wird, es gebe in Berlin nirgends einen freien Platz.

Kann mein Kind mit dem Klettern anfangen, bevor wir einen Familiengruppenplatz haben?

Ja, auf mehreren Wegen, die nicht von einem Familiengruppenplatz abhängen. Das Kletterzentrum in Moabit ist zwar für reguläres Klettern nur Mitgliedern vorbehalten, erlaubt Nichtmitgliedern aber nach den Regeln des Landessportbunds eine reguläre vierwöchige Probezeit, was Zeit gibt, es vor einer Mitgliedschaft zu testen. Der Kletterturm Teufelsberg im Freien ist kostenlos, sobald man Mitglied ist. Und JDAV, das Jugendprogramm, bietet getrennt davon Schnupperklettern schon ab 6 Jahren an und nimmt Jugendgruppenmitglieder ab 10 Jahren auf, völlig unabhängig von der Familiengruppen-Warteliste, sodass ein interessiertes zehnjähriges Kind nicht auf einen freien Familiengruppenplatz warten muss.

Gibt es echtes Klettern an natürlichem Fels in der Nähe von Berlin, nicht nur künstliche Wände?

Kaum, und es lohnt sich, die Erwartungen vor der Suche entsprechend einzustellen. Brandenburg, das Bundesland rund um Berlin, besitzt in seinem gesamten Gebiet genau eine natürliche Felswand: den Rothsteiner Felsen, einen rund 15 Meter hohen Grauwacke-Felsvorsprung nahe Bad Liebenwerda im Landkreis Elbe-Elster, etwa 140 Kilometer südlich von Berlin, mit rund 30 Routen und 7 Boulderproblemen. Weil echter Fels im Freien so weit im Norden derart selten ist, beschreiben die eigenen Familiengruppen der DAV Sektion Berlin ihre Ausflüge als Klettern an künstlichem Fels in Berlin oder als Reisen zu echtem Fels nach Franken (der Frankenjura in Bayern), statt ihn vor Ort zu finden. Lokale Praxis bedeutet mit anderen Worten die künstlichen Anlagen der Stadt, und ein echter Felstag bedeutet, eine tatsächliche Reise zu planen.

Gibt es englischsprachige Unterstützung für den Beitritt als Zugezogene oder Zugezogener?

Keine eigens dafür eingerichtete, jedenfalls nicht so veröffentlicht wie bei DAV München & Oberland mit einer eigenen englischsprachigen Mitgliedschaftsseite und einer englischsprachigen International Mountaineering Group. Die Mitgliedschaftsformulare, Gruppenkontaktadressen und die Wartelisten-Anmeldung der DAV Sektion Berlin laufen alle auf Deutsch. Das schließt nichts aus, eine kurze deutsche E-Mail (auch eine übersetzte) an die Kontaktadresse einer bestimmten Gruppe oder an familienreferat@dav-berlin.de reicht in der Regel für eine Antwort, aber einen englischsprachigen Selbstbedienungsweg wie in München sollte man nicht erwarten.

Wie voll sind die Familiengruppen gerade tatsächlich?

Wirklich gemischt. Laut den eigenen Gruppenlisten der Sektion Mitte 2026 waren Bergsalamander selbst (die Dachgruppe und der Standardeinstieg), die Berliner Bergbärchen (Jahrgänge 2023-2025), Hirschkäfer (Jahrgänge 2015-2020) und Mini Monkeys (Jahrgang 2020 und jünger) offen, während Murmeltiere (Jahrgänge 2015-2018), Stadthörnchen (Jahrgänge 2017-2021), Wanderfalken (Jahrgang 2012 und älter) und Kletterschoten (unter 14, sportklettern-fokussiert) alle als für neue Mitglieder geschlossen gelistet waren. Der Gruppenstatus ändert sich mit der Zeit, wenn Kinder aus einer Gruppe herauswachsen und sich die Kapazität der Leitungen verschiebt; also lieber direkt an familienreferat@dav-berlin.de oder die eigene Kontaktadresse der jeweiligen Gruppe schreiben, statt sich auf einen möglicherweise schon einige Monate alten Status zu verlassen.