Echte Bauernhofbesuche für Kinder in Berlin: Pinke-Panke, Moritzhof und Görlitzer Park
Berlin hat drei etablierte Kinderbauernhöfe, auf denen Kinder echte Tiere füttern und bei der Pflege helfen, statt sie nur durch einen Zaun zu betrachten, und alle drei kosten keinen Eintritt. Der Kinderbauernhof Pinke-Panke direkt am Bürgerpark in Pankow (Am Bürgerpark 15-18, S1/S25 bis Wollankstraße) wird seit 1991 vom Verein Spielraum Pankow e.V. betrieben, ist montags geschlossen, hält dienstags für Schulklassen frei und öffnet mittwochs bis sonntags für Familien (in etwa 10 bis 18:30 Uhr im Sommerhalbjahr, im Winter eine Stunde früher). Der Hof finanziert sich über Spenden statt über Eintrittskarten und beherbergt die Esel Bruja und Momo, die Wollschweine Rosa und Locke, Schafe, Ziegen und insgesamt mehr als 70 Tiere, mit einer täglichen Fütterungsrunde gegen 16 Uhr. Die Jugendfarm Moritzhof nahe dem Mauerpark (Schwedter Str. 90, Buslinie 247) trägt den Namen einer real geretteten Ziege und hält neben ihren Ziegen auch Pommernschafe und eine kleine Geflügelschar; sie öffnet dienstags bis freitags 13 bis 18 Uhr (im Sommer bis 18:30 Uhr) und samstags 13 bis 18 Uhr, bleibt sonntags, montags und an Feiertagen geschlossen und verbindet Tierpflege mit Handwerk wie Filzen, Töpfern und Schmieden. Der Kinderbauernhof im Görlitzer Park liegt direkt im Park an der Wiener Str. 59b in Kreuzberg (U1/U3 Görlitzer Bahnhof), wurde 1981 von einer Eltern- und Lehrergruppe gegründet und hält Schweine, Esel, Ziegen, Schafe, Enten, Gänse, Kaninchen und Hühner; er öffnet montags, dienstags, donnerstags und freitags 10 bis 18 Uhr (im Hochsommer manchmal bis 19 Uhr), bleibt mittwochs geschlossen und reserviert Samstage bekanntermaßen ausschließlich für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren, ohne Zutritt für Begleitpersonen, während sonntags (11 bis 17 Uhr) die ganze Familie mit einem Waffelcafé willkommen ist. Alle drei Höfe nehmen Elternteile als Freiwillige sowie FÖJ- und BFD-Stellen auf, aber weil es kleine, größtenteils ehrenamtlich getragene Einrichtungen sind, lohnt sich vor jedem Besuch ein direkter Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.
Drei Höfe, drei völlig unterschiedliche Regelwerke
Berlin hat kein einheitliches “Kinderbauernhof”-Format, sondern drei tatsächlich verschiedene Einrichtungen, jede geprägt vom eigenen Stadtteil und der Gruppe, die sie einst gegründet hat. Wer Öffnungszeiten, Altersregeln oder die Samstagsregelung verwechselt, steht am Ende schnell vor einem verschlossenen Tor.
| Hof | Lage | Reguläre Öffnungszeiten | Kosten |
|---|---|---|---|
| Kinderbauernhof Pinke-Panke | Am Bürgerpark 15-18, Pankow (S1/S25 Wollankstraße) | Montags geschlossen; dienstags nur Schulgruppen; Mi-So Familienzeiten (Sommer ca. 10-18:30 Uhr) | Kostenlos, spendenbasiert |
| Jugendfarm Moritzhof | Schwedter Str. 90, nahe Mauerpark (Buslinie 247) | Di-Fr 13-18 Uhr (Sommer bis 18:30 Uhr), Sa 13-18 Uhr, So/Mo/feiertags geschlossen | Kostenlos (Schulführungen ca. 1-2 Euro/Kind) |
| Kinderbauernhof im Görlitzer Park | Wiener Str. 59b, Kreuzberg (U1/U3 Görlitzer Bahnhof) | Mo, Di, Do, Fr 10-18 Uhr (Hochsommer bis 19 Uhr); Mi geschlossen; Sa nur Kinder (6-15); So 11-17 Uhr Familientag | Kostenlos |
Der Kinderbauernhof Pinke-Panke liegt direkt am Bürgerpark in Pankow und wird seit 1991 vom eingetragenen Verein Spielraum Pankow e.V. betrieben, einem gemeinnützigen Träger der Kinder- und Jugendarbeit. Laut der offiziellen Übersicht auf Berlin.de ist der Hof dienstags von 12 bis 18 Uhr (winters bis 17 Uhr) geöffnet, dieser Tag bleibt jedoch Schulklassen vorbehalten, während mittwochs bis freitags nachmittags sowie an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien der ganze Tag für Familien offensteht, im Sommerhalbjahr (April bis Oktober) etwa 10 bis 18:30 Uhr, im Winter eine Stunde früher. Montags bleibt der Hof das ganze Jahr über geschlossen. Der Hof beschreibt sich selbst in erster Linie als betreuten Spielplatz für Kinder zwischen 7 und 14 Jahren, wobei jüngere Kinder in Begleitung eines Elternteils ebenfalls üblich sind. Statt eines Eintrittspreises setzt Pinke-Panke auf Spenden: eine unabhängige Reportage der Berliner Zeitung nennt zwei der bekanntesten Bewohner beim Namen, die Esel Bruja und Momo sowie die Wollschweine Rosa und Locke, die beide angeblich auf ihren Namen reagieren, dazu Schafe, Ziegen, Gänse, Meerschweinchen und insgesamt mehr als 70 Tiere. Die tägliche Fütterungsrunde (außer montags) beginnt gegen 16 Uhr, und am Wochenende kommen Extras dazu, etwa eine Feuerstelle, an der Kinder Stockbrot backen, und eine Holzwerkstatt-Ecke, in der sie sich Werkzeug ausleihen können, um Vogelhäuser zu bauen.
Die Jugendfarm Moritzhof nahe dem Mauerpark, an der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, trägt ihren Namen nicht zufällig. Die Übersicht auf Berlin.de verortet sie an der Schwedter Str. 90, erreichbar mit der Buslinie 247 (Haltestellen Gleimstr., Swinemünder Str. oder Lortzingstr.), geöffnet dienstags bis freitags 13 bis 18 Uhr (im Sommer bis 18:30 Uhr) und samstags 13 bis 18 Uhr, sonntags, montags und an Feiertagen geschlossen. Sie wird als offene Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit für Kinder von 6 bis 16 Jahren beschrieben. Laut unabhängigen Berichten geht der Name auf eine tatsächlich gerettete Ziege zurück, die ein Horn verloren hatte und mancherorts als “letztes Einhorn von Prenzlauer Berg” bezeichnet wurde; heute hält der Hof eine kleine Ziegenherde, Pommernschafe und Geflügel. Die eigene Website des Hofs betont Selbermachen statt Konsum: Kinder pflegen eine Kräuterspirale und Gemüsebeete und lernen traditionelles Handwerk wie Filzen, Spinnen, Töpfern, Korbflechten und Schmieden, zusätzlich zur täglichen Tierpflege. Der Hof arbeitet zudem mit Schafwolldämmung, solarer Warmwasserbereitung und einer 8.000-Liter-Regenwasserzisterne und bietet FÖJ- (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und BFD-Plätze (Bundesfreiwilligendienst) für alle, die dort ein ganzes Jahr mitarbeiten möchten statt nur zu besuchen.

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Der Kinderbauernhof im Görlitzer Park ist der älteste und eigenständigste der drei, und seine Samstagsregel überrascht Neuankömmlinge jedes Mal aufs Neue. 1978 zunächst als Planungsgruppe gestartet und 1981 von einer Koalition aus Eltern und Lehrkräften als gemeinnütziger Verein eingetragen, liegt der Hof laut der eigenen Geschichtsseite direkt im Görlitzer Park in Kreuzberg, an der Wiener Str. 59b, fünf Gehminuten vom Görlitzer Bahnhof (U1/U3) entfernt. Die eigene Kontakt- und Öffnungszeitenseite des Hofs nennt als Öffnungstage Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, 10 bis 18 Uhr (im Hochsommer manchmal bis 19 Uhr), mittwochs bleibt komplett geschlossen. Samstage sind ausschließlich Kindern zwischen 6 und 15 Jahren vorbehalten, Begleitpersonen werden nicht ins Innere gelassen; der Hof selbst begründet das auf seiner eigenen Seite ausdrücklich damit, dass es sich um eine pädagogisch betreute Kindereinrichtung handelt und zu großer Andrang die Betreuung der jungen Besucherinnen und Besucher nach ihrer Schulwoche erschweren würde. Sonntags (11 bis 17 Uhr) kehrt sich das komplett um: Der Hof öffnet für die ganze Familie, dazu ein kleines Café mit Waffeln, Kaffee und Kakao. Zu den Tieren zählen Schweine, Esel, Ziegen, Schafe, Enten, Gänse, Kaninchen, Meerschweinchen und Hühner, der Eintritt ist frei (kleine Futtertüten werden gegen einen symbolischen Betrag verkauft). Erreichbar ist der Hof unter 030/6117424 oder goerlikinderbauernhof@gmx.de.
Was unabhängige Quellen zusätzlich zeigen
Ein bundesweiter Blick bestätigt, dass es sich bei allen drei Höfen nicht um Berliner Einzelfälle, sondern um Teil einer etablierten Bewegung handelt: Der Bund der Jugendfarmen und Aktivspielplätze e.V. (BdJA), der bundesweite Dachverband für Kinderbauernhöfe und Aktivspielplätze, führt Pinke-Panke, Moritzhof und den Hof im Görlitzer Park als Mitgliedseinrichtungen in seinem Standortverzeichnis, was auch erklärt, warum sich die drei Höfe in Struktur (offene Kinder- und Jugendarbeit, pädagogische Betreuung, ehrenamtliche Trägerschaft) so ähneln, obwohl sie unabhängig voneinander entstanden sind.
Die unabhängige Reportage der Berliner Zeitung über fünf Berliner Kinderbauernhöfe liefert nicht nur die benannten Tiere bei Pinke-Panke (Bruja, Momo, Rosa, Locke) und die Entstehungsgeschichte von Moritzhof, sondern auch einen praktischen Warnhinweis: Die Ziegen, die man im angrenzenden Bürgerpark bei Pinke-Panke frei laufen sieht, gehören zu einer anderen, unbeaufsichtigten Population, und sie mit dem falschen Futter zu füttern kann tatsächlich gefährlich werden, weshalb das Füttern besser dem Hof selbst vorbehalten bleibt. Derselbe Artikel merkt an, dass gelegentlich verschlossene Tore im Görlitzer Park wegen Personalkrankheit bei einer so kleinen, größtenteils ehrenamtlich getragenen Einrichtung normal sind und kein Zeichen von Unzuverlässigkeit, aber ein guter Grund, vor einem geplanten Ausflug noch einmal nachzufragen.
Der unabhängige Familienratgeber kinderleicht.berlin bestätigt, dass Pinke-Pankes tägliche Fütterungsrunde gegen 16 Uhr (außer montags) für viele Familien der eigentliche Grund für den Besuch ist, und beschreibt das Selbstverständnis von Moritzhof mit dem Motto “Selbermachen statt nur aufs Selberkaufen”, was zur eigenen Betonung des Hofs auf Handwerk und Lebensmittelverarbeitung statt passiver Tierbeobachtung passt. Für den Görlitzer Park beschreibt derselbe Ratgeber den Hof als echte Nachbarschaftsinstitution, die Kreuzbergs multikulturellen Charakter widerspiegelt, mit Ponygruppen, Hausaufgabenhilfe und Lagerfeuer-Brotbacken neben der eigentlichen Tierpflege.
Schritt für Schritt
- Den Hof nach Stadtteil und dem freien Wochentag auswählen, nicht nur nach Entfernung. Pinke-Panke passt zu Pankower Familien, die Montag und Dienstag meiden, Moritzhof passt zu einem Dienstag-bis-Samstag-Nachmittagsfenster nahe dem Mauerpark, und der Görlitzer Park passt zu Kreuzberger Familien, die gezielt Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag oder Freitag wollen (nie einen Familiensamstag dort).
- Vor dem Besuch die aktuellen Saisonzeiten direkt prüfen. Alle drei verschieben ihre Zeiten zwischen Sommer und Winter, und besonders der Görlitzer Park verlängert nur im Hochsommer bis in den Abend.
- Wer samstags zum Görlitzer Park will, sollte die Kinder zu Hause lassen oder auf Sonntag ausweichen. Erwachsene werden samstags gar nicht erst hineingelassen.
- Eine kleine Spende für Pinke-Panke und den Görlitzer Park mitbringen. Keiner der beiden verlangt einen Eintrittspreis, aber beide sind auf Spenden angewiesen, um Futter- und Tierarztkosten zu decken.
- Den Pinke-Panke-Besuch auf etwa 16 Uhr legen, wenn die tägliche Fütterung, laut vielen Familien der Höhepunkt, miterlebt werden soll.
- Wer über einen einzelnen Besuch hinaus mitmachen möchte, sollte sich direkt beim jeweiligen Hof nach Freiwilligenarbeit erkundigen. Pinke-Panke und Moritzhof bieten beide FÖJ/BFD-Plätze, der Görlitzer Park betreibt seit 2008 ein elternoffenes Elterncafé.
- Für einen echten, arbeitenden Bauernhof statt eine befestigte Attraktion packen: geschlossene, schmutzfeste Schuhe, wettergerechte Kleidung und etwas Kleingeld für Futter oder das sonntägliche Waffelcafé im Görlitzer Park.
Hinweis zur Verlässlichkeit
Diese Seite fasst offizielle Angaben der Höfe und von Berlin.de sowie unabhängige Familienratgeber- und Pressebeiträge zusammen, Stand Ende Juli 2026. Öffnungszeiten, saisonale Zeitpläne, Tierbestand und Freiwilligenprogramme bei so kleinen, größtenteils spenden- und ehrenamtlich getragenen Einrichtungen können sich kurzfristig ändern. Vor jedem Besuch aktuelle Öffnungszeiten, Altersregeln und etwaige Anforderungen für Gruppenbesuche direkt beim jeweiligen Hof (telefonisch oder über die eigene Website) bestätigen.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Kostet der Eintritt auf einem dieser Höfe wirklich etwas?
Nein, alle drei sind frei zugänglich. Pinke-Panke und der Kinderbauernhof im Görlitzer Park finanzieren sich vollständig über Spenden (bei Pinke-Panke ist es üblich, beim Verlassen des Hofs eine kleine Spende in die Box zu legen), und auch die Jugendfarm Moritzhof, eine städtisch anerkannte offene Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit, verlangt keinen Eintritt, wobei begleitete Schulklassenführungen dort mit einem symbolischen Betrag von 1 bis 2 Euro pro Kind berechnet werden. Für einen normalen, individuellen Besuch braucht keiner der drei Höfe ein Ticket oder eine Online-Anmeldung.
Was steckt hinter der reinen Kinder-Samstagsregel im Görlitzer Park?
Das ist eine bewusste Regel, kein Versehen. Samstags ist der Kinderbauernhof im Görlitzer Park ausschließlich für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren geöffnet, Begleitpersonen werden nicht ins Innere gelassen. Der Hof selbst begründet dies auf seiner eigenen Kontaktseite damit, dass es sich um eine pädagogisch betreute Kindereinrichtung handelt und die Betreuenden nach der Schulwoche ohne zusätzlichen Andrang gezielt Zeit für die Kinder haben sollen. Sonntags (11 bis 17 Uhr) öffnet der Hof dafür wieder für die ganze Familie, samt Café mit Waffeln, Kaffee und Kakao. Wer dort einen Familienbesuch plant, sollte Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag oder Freitag wählen, aber nicht Samstag.
Ist das mit einem Kleinkind realistisch, oder braucht es ein Schulkind?
Alle drei Höfe richten sich in ihren eigenen Materialien in erster Linie an Schulkinder. Pinke-Panke beschreibt sich selbst als betreuten Spielplatz für Kinder von 7 bis 14 Jahren, die Jugendfarm Moritzhof nennt eine Altersspanne von 6 bis 16 Jahren. Unabhängige Berichte weisen trotzdem darauf hin, dass auch jüngere Geschwister einen Besuch genießen, denn für einen gewöhnlichen Familienbesuch setzt keiner der drei Höfe eine feste Mindestaltersgrenze (nur die Samstagsregel im Görlitzer Park nennt eine konkrete Altersspanne, und die ist eine Höchst-, keine Mindestgrenze). Bei einem Kind unter 6 Jahren sind Wochentags- und Sonntagsbesuche in Begleitung an allen drei Höfen die entspannteste Option.
Können Eltern sich über den reinen Besuch hinaus einbringen?
Ja, bei allen dreien. Pinke-Panke, betrieben vom gemeinnützigen Verein Spielraum Pankow e.V., sucht offen nach Freiwilligen, die gerne mit Kindern, Tieren und Holzarbeiten arbeiten, mit flexiblen Zeiten (gelegentlich auch samstags, ausgeglichen durch einen freien Tag unter der Woche), und vermittelt über die Stiftung Naturschutz Berlin auch FÖJ-Plätze (Freiwilliges Ökologisches Jahr). Die Jugendfarm Moritzhof führt FÖJ- und BFD-Stellen (Bundesfreiwilligendienst) direkt in der eigenen Navigation. Der Kinderbauernhof im Görlitzer Park wurde 1981 von einer Eltern- und Lehrergruppe gegründet, die genau einen solchen Ort schaffen wollte, und betreibt seit 2008 ein Elterncafé mit regelmäßigem Austausch unter den Familien des Hofs. Am besten meldet man sich vorab telefonisch oder per E-Mail direkt beim jeweiligen Hof, statt unangekündigt einen Freiwilligenplatz zu erwarten.