Berlins 60.000 ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer: Wie das Übungsleiter-Lizenzsystem des LSB Berlin und die 3.300-Euro-Steuerfreigrenze tatsächlich funktionieren

Der Beitritt zu einem Berliner Sportverein trägt dieselbe unausgesprochene Erwartung, die sich überall in der deutschen Vereinskultur findet: Mitgliedschaft ist ein Beitrag zu einer ehrenamtlich geführten Organisation, und der Landessportbund Berlin (LSB Berlin) zählt Stand Januar 2026 rund 60.000 Menschen, die bereits in den 2.300 Vereinen und 822.294 Mitgliedschaften der Stadt ehrenamtlich tätig sind. Was Berlins Version konkret statt abstrakt macht, ist die eigene Übungsleiter-Ausbildungsleiter des LSB Berlin: Eine angehende Trainerin oder ein angehender Trainer kann ein grundlegendes Basislehrgang-Zertifikat in 61 Lehreinheiten für 190 Euro als Vereinsmitglied erwerben (380 Euro ohne Mitgliedschaft), eine schnellere D-Lizenz in nur 54 Einheiten für 150 Euro, oder weitergehen zu einer vollständigen C-Lizenz (70-plus Einheiten, 345 Euro für ein Altersgruppenprofil oder 425 Euro für zwei, verlangt den Basislehrgang plus ein höchstens zwei Jahre altes Erste-Hilfe-Zertifikat) und schließlich zu einer B-Lizenz mit Schwerpunkt Präventionssport für 445-655 Euro. Echte Berliner Vereine zeigen, wie die daraus resultierende Übungsleiterpauschale, Deutschlands steuerfreier Trainervergütung, die zum 1. Januar 2026 auf 3.300 Euro im Jahr stieg, tatsächlich angeboten wird: Die eigene Trainer-Rekrutierungsseite des VfB Berlin-Friedrichshain 1911 verspricht ehrenamtlichen Jugendtrainerinnen und -trainern eine 'ortsübliche Aufwandsentschädigung' plus Unterstützung durch die eigenen Zertifizierungskurse des Berliner Fußball-Verbands, während der Allgemeine Turn-Verein zu Berlin 1861 (ATV 1861), ein Verein mit mehr als 3.000 Mitgliedern und über 20 Sportarten in Friedrichshain-Kreuzberg, unbezahlte Übungsleiterinnen und -leiter für alles von Judo bis Kindertanz auf fairer Honorarbasis sucht. Der LSB Berlin betreibt zudem eine Trainerbörse, ein direktes Vermittlungsangebot, das Vereine mit Trainerbedarf mit Menschen zusammenbringt, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, und feiert diese Kultur öffentlich durch den eigenen Preis Ehrenamtliche des Jahres, gemeinsam mit der Feuersozietät Berlin-Brandenburg vergeben, bei dem eine Fachjury und eine Online-Publikumsabstimmung gleich gewichtet werden und die 2026er Finalistinnen und Finalisten im Alter von 25 bis 91 Jahren Preisgelder von 1.500 Euro für den ersten Platz bis 250 Euro für die übrigen unter den ersten zehn teilen. All dem liegt dasselbe bundesweit geltende deutsche Zivilrecht zugrunde: Ein Verein darf Arbeitsstunden von Mitgliedern nur dann rechtlich verlangen oder eine Ausgleichszahlung für versäumte Stunden abrechnen, wenn die eigene Satzung dies ausdrücklich vorsieht, eine Beitragsordnung allein reicht dafür nie aus.

Berlin läuft mit 60.000 Ehrenamtlichen, und die Zahlen sind öffentlich

Der Beitritt zu einem Berliner Verein trägt dieselbe unausgesprochene Regel, die sich überall in der deutschen Vereinskultur findet: Mitgliedschaft ist ein Beitrag zu einem Arbeitspool, kein rein transaktionaler Kauf. Was Berlin auszeichnet, ist, wie offen der eigene Sportverband der Stadt das beziffert. Die eigene Seite Zahlen & Fakten des Landessportbund Berlin bestätigt, dass die rund 2.300 Vereine der Stadt Stand Januar 2026 822.294 Mitgliedschaften betreuen, und rund 60.000 Menschen bereits als Ehrenamtliche aktiv sind, die diese Vereine am Laufen halten, Gruppen trainieren, an Empfängen arbeiten, Finanzen verwalten und Mannschaften betreuen. Hinter dem meisten davon steht kein bezahltes Personal. Ein neues Mitglied, besonders ein Elternteil, dessen Kind gerade einem Team beigetreten ist, betritt zumindest in kleinem Maß diesen Arbeitspool.

Der zugrunde liegende rechtliche Mechanismus ist derselbe, der für jeden deutschen Verein gilt. Ein Verein darf eine förmliche Arbeitsstunden-Pflicht (Arbeitspflicht, erfüllt durch Arbeitsstunden) nur verlangen, wenn die eigene Satzung dies ausdrücklich vorsieht, nicht, wenn die Anforderung nur in einer separaten Beitragsordnung auftaucht. Die deutsche Vereinsrechts-Beratung ist konkret zu der Spanne, die Vereine tatsächlich nutzen: häufig genannte Jahreswerte liegen bei 5 bis 40 Stunden pro Mitglied, wobei jüngere Mitglieder, Mitglieder ab 70 Jahren, und Mitglieder mit einem Grad der Behinderung von 50 Prozent oder mehr typischerweise ausgenommen sind. Und diese rechtliche Einordnung ist ebenso klar bei der Grenze: Ein Verein darf für nicht geleistete Stunden nur dann eine Ausgleichszahlung abrechnen, wenn die Satzung den genauen Betrag pro Stunde festlegt, eine Satzungsklausel, die nur sagt, Mitglieder “müssen arbeiten”, ohne festgelegte Konsequenz, lässt sich in der Regel nicht in eine Geldforderung umwandeln.

Berlins ehrenamtliche Sportlandschaft im Überblick (LSB Berlin, Januar 2026)
KennzahlWert
Registrierte Sportvereine~2.300
Gesamtmitgliedschaften der Vereine822.294
Aktive Ehrenamtliche, die die Vereine am Laufen halten~60.000
Typische förmliche Arbeitsstunden-Anforderung (wo ein Verein eine hat)5-40 Stunden/Jahr, laut allgemeiner deutscher Vereinsrechts-Beratung

Die Übungsleiter-Ausbildungsleiter des LSB Berlin: Vom 61-Einheiten-Basislehrgang zur vollen C-Lizenz

Was Berlins Version dieser Norm konkret statt zu einer vagen sozialen Erwartung macht, ist, dass der Landessportbund Berlin ein vollständiges, veröffentlichtes Ausbildungssystem betreibt, das aus einem willigen Elternteil oder Neuankömmling tatsächlich eine lizenzierte Trainerin oder einen lizenzierten Trainer macht. Die eigene Ausbildungen-Seite des LSB Berlin legt die gesamte Leiter offen, mit echten Stunden und echten Preisen statt vager Anforderungen.

Die Übungsleiter-/Trainer-Lizenzleiter des LSB Berlin
StufeLehreinheiten (LE)KostenVoraussetzungen
Basislehrgang (Grundkurs)61 LE190 Euro (Vereinsmitglied) / 380 Euro (Nicht-Mitglied)Mindestalter 16
D-Lizenz (Übungsleiter/in D)54 LE150 Euro (Mitglied) / 300 Euro (Nicht-Mitglied)Kürzerer Weg, Profile für Erwachsene/Fitness oder ältere Erwachsene/Senioren
C-Lizenz (1. Lizenzstufe)70+ LE345 Euro (ein Profil) / 425 Euro (zwei Profile)Abgeschlossener Basislehrgang, Erste-Hilfe-Zertifikat höchstens 2 Jahre alt
B-Lizenz (2. Lizenzstufe, Sport in der Prävention)Baut auf der C-Lizenz auf445-655 Euro je nach ProfilenC-Lizenz plus mindestens 1 Jahr Trainererfahrung

Der Basislehrgang allein deckt Sportmethodik, Kommunikation, Sportbiologie, Ernährung, Trainingslehre, Bewegungswissenschaft, rechtliche Grundlagen und Kinderschutz ab, und ist modular aufgebaut, sodass eine Kandidatin oder ein Kandidat zu jedem beliebigen, zum eigenen Zeitplan passenden Termin einsteigen kann, statt auf eine einzige jährliche Aufnahme zu warten. Die C-Lizenz bietet zwei getrennte Altersgruppenprofile, eines für Erwachsene und ältere Erwachsene, eines speziell für Kinder und Jugendliche, und wer in beiden Altersgruppen trainieren möchte, zahlt den kombinierten Satz von 425 Euro statt zwei komplett getrennte Kurse zu belegen. Die eigene Ansprechpartnerin des LSB Berlin für Terminfragen, Chantal Hoppe, ist unter ausbildung@lsb-berlin.de oder 030 30002-416 erreichbar.

Was echte Berliner Vereine ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern tatsächlich bieten

Zwei echte, derzeit aktive Berliner Vereine zeigen, wie unterschiedlich die Beziehung zu ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern tatsächlich gerahmt wird, sobald man über das Lizenzsystem selbst hinausblickt.

Die eigene Seite “Trainer*innen gesucht!” des VfB Berlin-Friedrichshain 1911 wirbt Jugendfußballtrainerinnen und -trainer mit einem konkreten Angebot: Unterstützung bei der Trainerzertifizierung durch den Berliner Fußball-Verband (BFV), Anerkennung der Trainertätigkeit als akademisches Praktikum, wo anwendbar, und eine “ortsübliche Aufwandsentschädigung”, ohne sich vorab auf eine feste Zahl festzulegen. Der Verein stellt ausdrücklich klar, dass eine Lizenz für den Einstieg nicht zwingend ist, gesucht werden vor allem “Engagement, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein”, und für die jüngsten Altersgruppen (G bis E) stellt der Verein klar, dass die Priorität nicht “Ergebnisse und Leistung”, sondern die Verbesserung individueller Fähigkeiten und sozialer Kompetenzen ist.

Drei Reihen goldener, silberner und bronzener Medaillen an roten Bändern auf einem Holztisch, keine Gesichter oder lesbaren Texte sichtbar

Foto von Pragyan Bezbaruah auf Pexels

Der Allgemeiner Turn-Verein zu Berlin 1861 (ATV 1861), ein traditioneller Mehrspartenverein mit mehr als 3.000 Mitgliedern und über 20 verschiedenen Sportarten in Friedrichshain-Kreuzberg, sucht ehrenamtliche Übungsleiterinnen und -leiter für eine ungewöhnlich breite Spanne: Judo, Taekwondo, Kung Fu, Kinder- und Jugendsport, Seniorenfitness, Aerobic, Turnen, Kindertanz und Schwimmen. Die eigene Seite beschreibt die Vergütung als “fair, honorarbasiert” statt als angestellte Rolle, und lädt interessierte Ehrenamtliche ausdrücklich ein, “uns eine einfache Nachricht mit Ihrer Sportart und verfügbaren Zeiten” an jobs@atv-berlin.de zu schreiben, eine merklich niedrigere Einstiegshürde als eine förmliche Bewerbung. Beide Vereine, obwohl sie völlig unterschiedliche Sportarten und Stadtteile abdecken, treffen sich im selben zugrunde liegenden Muster: Geld wechselt den Besitzer, aber die Rahmung ist immer zuerst ehrenamtliche Unterstützung, dann Bezahlung.

Die Übungsleiterpauschale: Was sie tatsächlich wert ist

Sobald ein Berliner Verein einer ehrenamtlichen Trainerin oder einem ehrenamtlichen Trainer tatsächlich mehr als eine bescheidene Aufwandsentschädigung zahlen möchte, ist die Übungsleiterpauschale der Mechanismus, der das lohnenswert macht. Deutsches Ehrenamt bestätigt, dass diese steuerfreie Vergütung für nebenberufliche Übungsleiterinnen und Übungsleiter, Ausbilderinnen und Ausbilder, Betreuerinnen und Betreuer und vergleichbare Rollen bei gemeinnützigen Organisationen zum 1. Januar 2026 auf 3.300 Euro im Jahr stieg, gegenüber vorher 3.000 Euro. Sie ist vollständig von Einkommensteuer und Sozialversicherungsbeiträgen befreit, gilt einmal pro Person und Jahr über alle Organisationen zusammengerechnet (nicht pro Verein), und die Tätigkeit muss “nebenberuflich” bleiben, grob gedeckelt auf durchschnittlich 14 Stunden pro Woche über das Jahr.

Daneben gibt es eine separate, kleinere Vergütung. Die eigene Auskunft der Minijob-Zentrale für 2026 bestätigt, dass die Ehrenamtspauschale, die nicht-pädagogische ehrenamtliche Rollen wie Vorstandsarbeit, Kassenführung oder Anlagenverwaltung abdeckt, in derselben Anpassung auf 960 Euro im Jahr stieg, gegenüber vorher 840 Euro. Beide Pauschalen können nicht für dieselbe Tätigkeit beansprucht werden, eine Trainerin oder ein Trainer kann nicht beide Pauschalen allein für das Trainieren einstreichen, aber ein Mitglied mit zwei wirklich getrennten Rollen, etwa Trainerin oder Trainer der Jugendmannschaft und zugleich Kassenwart oder Kassenwartin, kann beide kombinieren, für eine kombinierte steuerfreie Obergrenze von 4.260 Euro im Jahr über die beiden Rollen.

Berlin bringt seine Ehrenamtlichen öffentlich zusammen und feiert sie

Über die Ausbildung und Bezahlung von Trainerinnen und Trainern hinaus betreibt der LSB Berlin zwei sichtbare Mechanismen, die prägen, wie die ehrenamtliche Beziehung im Alltag tatsächlich abläuft. Der erste ist praktisch: Die Trainerbörse des LSB Berlin, ein Vermittlungsangebot innerhalb des eigenen Karrierebereichs des Verbands, wo Vereine mit Trainermangel und Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, sich direkt finden können, statt dass ein Neuankömmling Dutzende einzelne Vereins-Websites kalt anschreibt in der Hoffnung, dass einer gerade Hilfe braucht.

Der zweite ist öffentliche Anerkennung statt Verpflichtung. Die eigene Seite Ehrenamtliche des Jahres von berlin-sport.de beschreibt einen gemeinsam vom LSB Berlin und der Feuersozietät Berlin-Brandenburg vergebenen Preis, bewertet in einem zweistufigen Verfahren: Eine Fachjury wählt zunächst aus allen Einreichungen zehn Finalistinnen und Finalisten aus, dann stimmt die Berliner Öffentlichkeit online ab, und die Jurywertung sowie das Publikumsvotum werden gleich gewichtet, um das Endergebnis zu bestimmen, verkündet auf der eigenen jährlichen Ehrenamtsgala des LSB. Das Preisgeld ist real, nicht symbolisch: 1.500 Euro für Platz eins, 1.000 Euro für Platz zwei, 500 Euro für Platz drei, und je 250 Euro für die Plätze vier bis zehn. Die Finalistinnen und Finalisten 2026 waren zwischen 25 und 91 Jahre alt und deckten Rollen von der Vereinsführung über das Training bis zur Jugendarbeit, Inklusion im Behindertensport und Verbesserungsarbeit an Anlagen ab, ein konkretes, öffentliches Gegengewicht zu der Vorstellung, Berlin ziehe nur unbezahlte Arbeit aus Vereinsmitgliedern, ohne sie je sichtbar wertzuschätzen.

Schritt für Schritt

  1. Bevor angenommen wird, überhaupt ehrenamtlich tätig werden zu müssen, den eigenen Verein fragen, ob eine förmliche Arbeitsstunden-Pflicht besteht, und ob sie tatsächlich in der Satzung steht statt nur eine unausgesprochene soziale Norm zu sein. Die meisten Vereine antworten offen, wenn man während des Mitgliedschaftsantrags nachfragt.
  2. Bei Interesse am Trainieren statt nur an gelegentlicher Hilfe mit dem Basislehrgang des LSB Berlin beginnen (61 Einheiten, 190 Euro als Vereinsmitglied), statt anzunehmen, vor dem Start eine volle Lizenz zu brauchen, viele Vereine lassen Absolventinnen und Absolventen des Basislehrgangs unter Aufsicht eine Gruppe leiten.
  3. Den konkreten Verein fragen, wie die Vergütung für ehrenamtliche Trainerinnen und Trainer dort tatsächlich aussieht, bevor angenommen wird, die volle Übungsleiterpauschale von 3.300 Euro gelte automatisch. Sowohl VfB Berlin-Friedrichshain als auch ATV 1861 rahmen sie als vom Verein festgelegte Aufwandsentschädigung oder Honorar, kein festes Gehalt.
  4. Braucht ein Verein Trainerinnen oder Trainer und ist man noch nirgendwo konkret Mitglied, zuerst die Trainerbörse des LSB Berlin prüfen, statt anzunehmen, Vereine einzeln ansprechen zu müssen.
  5. Bei einer echten Trainer- oder Übungsleiterrolle den Kassenwart oder die Kassenwartin des eigenen Vereins bitten, die Übungsleiterpauschale korrekt zu verarbeiten, und im Kopf behalten, dass es sich um eine jährliche Obergrenze pro Person über alle unterstützten Organisationen handelt, nicht pro Verein.
  6. Zeigt man selbst oder jemand im eigenen Verein über ein Jahr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement, sich selbst oder die Person für den Preis Ehrenamtliche des Jahres des LSB Berlin vorschlagen, neben der Anerkennung steht auch echtes Preisgeld auf dem Spiel.

Hinweis zur Verlässlichkeit

Diese Seite fasst das veröffentlichte Ausbildungssystem, die Förderzahlen und die Anerkennungsprogramme des Landessportbund Berlin, das allgemeine deutsche Vereinsrecht zu Mitgliedsarbeitspflichten (Arbeitsstunden), sowie die bundesweiten Steuerfreibeträge Übungsleiterpauschale und Ehrenamtspauschale zusammen, Stand Ende Juli 2026. Termine für Lizenzkurse, Preise, individuelle Vereins-Vergütungspraktiken und Preisverleihungstermine können sich ändern. Aktuelle Kurstermine direkt beim Ausbildungsteam des LSB Berlin (ausbildung@lsb-berlin.de) bestätigen, und die Regeln zur ehrenamtlichen Tätigkeit eines konkreten Vereins mit dessen eigener Satzung oder Vorstand klären, bevor angenommen wird, eine hier genannte Zahl gelte für die eigene Situation.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Wie werde ich in Berlin tatsächlich eine lizenzierte Übungsleiterin oder ein lizenzierter Übungsleiter, und was kostet das?

Der Landessportbund Berlin betreibt die gesamte Ausbildungsleiter selbst. Der Einstiegspunkt ist ein Basislehrgang mit 61 Lehreinheiten, der Sportmethodik, Kommunikation und rechtliche Grundlagen abdeckt, für 190 Euro für Mitglieder eines angeschlossenen Vereins oder 380 Euro ohne Mitgliedschaft, offen ab 16 Jahren. Von dort lässt sich eine kürzere D-Lizenz mit 54 Einheiten (150 Euro) für Menschen belegen, die einfach nur eine Gruppe leiten möchten, oder man arbeitet auf eine volle C-Lizenz mit 70-plus Einheiten hin (345 Euro für ein Altersgruppenprofil, 425 Euro für zwei), die den Basislehrgang plus ein höchstens zwei Jahre altes Erste-Hilfe-Zertifikat voraussetzt. Eine weiterführende B-Lizenz im Präventionssport kostet je nach Anzahl der Spezialisierungsprofile 445-655 Euro. Die eigene Ansprechpartnerin des LSB Berlin für Terminfragen, Chantal Hoppe, ist unter ausbildung@lsb-berlin.de erreichbar.

Muss mir ein Berliner Verein die vollen 3.300 Euro zahlen, oder ist das nur eine Obergrenze?

Es ist eine Obergrenze, keine Garantie, und echte Berliner Vereine rahmen die Zahlung unterschiedlich. Die eigene Rekrutierungsseite des VfB Berlin-Friedrichshain 1911 für Jugendtrainerinnen und -trainer verspricht eine 'ortsübliche Aufwandsentschädigung', ohne einen festen Eurobetrag zu nennen, während der ATV 1861 seine Übungsleiter-Vergütung über rund 20 Sportarten hinweg als honorarbasierte Regelung beschreibt. Die Übungsleiterpauschale von 3.300 Euro ist der Höchstbetrag, den ein Verein einer einzelnen Trainerin oder einem einzelnen Trainer pro Jahr über alle Organisationen zusammengerechnet steuer- und sozialversicherungsfrei zahlen kann, kein fester Betrag, den jeder Verein schuldet, die tatsächliche Höhe hängt also ganz davon ab, was der konkrete Verein budgetiert und mit einem vereinbart.

Kann mich ein Berliner Sportverein rechtlich zu unbezahlten Arbeitsstunden zwingen, wenn ich nicht trainieren möchte?

Nur, wenn die Pflicht direkt in der eigenen Satzung dieses Vereins steht, nicht bloß in einer separaten Beitragsordnung erwähnt wird. Das deutsche Vereinsrecht verlangt, dass die Satzung selbst festlegt, ob Mitglieder eine Arbeitsleistung schulden und, getrennt davon, ob versäumte Stunden als Geldausgleich abgerechnet werden können. Typische, in deutscher Vereinsrechts-Beratung dokumentierte Anforderungen liegen bei rund 5-40 Stunden im Jahr, und Mitglieder unter einem bestimmten Alter, Mitglieder ab 70 Jahren, und Mitglieder mit einem Grad der Behinderung von 50 Prozent oder mehr sind üblicherweise ausgenommen. Regelt ein Verein das nicht in der Satzung selbst, kann er in der Regel kein Geld anstelle der Arbeit verlangen.

Was sind die Trainerbörse und der Preis Ehrenamtliche des Jahres des LSB Berlin, und wie finde ich sie?

Die Trainerbörse ist ein direktes Vermittlungsangebot im eigenen Karrierebereich des LSB Berlin, wo Vereine offene Trainerstellen ausschreiben und angehende Trainerinnen und Trainer ihre eigene Verfügbarkeit eintragen, ein schnellerer Weg, als Dutzende einzelne Vereins-Websites nach einem 'Trainer gesucht'-Hinweis zu durchsuchen. Der Preis Ehrenamtliche des Jahres ist ein separates, öffentliches Anerkennungsprogramm, gemeinsam vom LSB Berlin und der Feuersozietät Berlin-Brandenburg betrieben: Eine Fachjury wählt zunächst aus allen Einreichungen zehn Finalistinnen und Finalisten aus, danach stimmt die Berliner Öffentlichkeit online ab, und die beiden Ergebnisse werden gleich gewichtet, um den Sieger oder die Siegerin zu bestimmen, mit Preisgeldern von 1.500 Euro für Platz eins bis 250 Euro für Platz vier bis zehn. Die Finalistinnen und Finalisten 2026 waren zwischen 25 und 91 Jahre alt und deckten Rollen von der Vereinsführung bis zur Basistrainingsarbeit ab, eine öffentliche Erinnerung daran, dass Berlin diese ehrenamtliche Arbeit auch als etwas behandelt, das gefeiert werden sollte, nicht nur erwartet wird.