Der Frankfurter Flughafen mit der Bahn: Zwei getrennte Bahnhöfe, drei Terminals und die Tarifzonen-Falle
Der Frankfurter Flughafen hat tatsächlich zwei getrennte Bahnhöfe, die direkt nebeneinander unter Terminal 1 liegen: den Regionalbahnhof für die S-Bahn-Linien S8 und S9 sowie Regionalzüge (RB58, RE59, RE2, RE3), und den Fernbahnhof für ICE, IC und EC. Für die Fahrt in die Stadt ist der Regionalbahnhof richtig, S8 und S9 erreichen den Frankfurter Hauptbahnhof in etwa 10 bis 15 Minuten und fahren vom unterirdischen Gleis 103 am Hauptbahnhof teils im 10-Minuten-Takt. Seit dem 23. April 2026 hat der Flughafen zudem ein drittes Terminal: Terminal 3 mit den neuen Flugsteigen G, H und J, angebunden an Terminal 1 über eine kostenlose, automatische SkyLine-Bahn, die eigens für das neue Terminal verlängert wurde, eine 8- bis 10-minütige Fahrt von 4 bis 23 Uhr. Zwischen Terminal 1 und Terminal 2 gibt es eine separate, kürzere SkyLine-Verbindung oder einen kostenlosen Shuttlebus. Zu den Fahrkarten: Der Flughafen liegt in einer eigenen RMV-Tarifzone (5090), getrennt von Frankfurts Stadttarifzone (5000), eine einfache Stadt-Einzelfahrkarte deckt die Fahrt also technisch nicht ab, was aber komplett irrelevant wird, sobald ein Deutschlandticket vorliegt, denn dieses deckt die S-Bahn-Verbindung bundesweit ohne Zuschlag ab. Das Deutschlandticket gilt nicht für die Fernverkehrszüge ICE, IC oder EC am Fernbahnhof.
Die offizielle Regel
Der Frankfurter Flughafen hat zwei getrennte Bahnhöfe, beide unter Terminal 1 versteckt, und beide zu verwechseln ist der einfachste Weg, eine Verbindung zu verpassen. Der Regionalbahnhof, auf Gleis 1-3, ist der Ort, an dem die S-Bahn-Linien S8 und S9 abfahren, zusammen mit den Regionalzügen RB58, RE59, RE2 und RE3, die nicht nur die Frankfurter Innenstadt, sondern auch Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Rüsselsheim, Mainz und Wiesbaden direkt erreichbar machen. Der Fernbahnhof, auf Gleis 4-7, ist ein völlig eigenes Gebäude, für ICE, IC und EC in weiter entfernte Teile Deutschlands oder über die Grenze.
Für eine gewöhnliche Fahrt in die Stadt ist der Regionalbahnhof richtig. RMVs eigene Bahnhofsseite gibt für S8 und S9 etwa 10 bis 15 Minuten bis zum Frankfurter Hauptbahnhof an, mit Abfahrten vom unterirdischen Gleis 103 am Hauptbahnhof in die Gegenrichtung teils im 10-Minuten-Takt. Zwischen 0:30 und 4:30 Uhr, wenn der Regionalbahnhof nachts schließt, nutzen Fernverkehrszüge vorübergehend dessen Gleise.
| Benötigt wird | Bahnhof | Terminal |
|---|---|---|
| S-Bahn oder Regionalzug nach Frankfurt/Rhein-Main | Regionalbahnhof (Gleis 1-3) | Terminal 1 |
| ICE, IC oder EC im Fernverkehr | Fernbahnhof (Gleis 4-7) | Terminal 1 |
| Flug ab den neuen Flugsteigen G, H, J | Entfällt | Terminal 3 (eröffnet am 23. April 2026) |
Seit dem 23. April 2026 hat der Flughafen zudem ein drittes Terminal, mit den neuen Flugsteigen G, H und J und rund 19 Millionen zusätzlicher jährlicher Passagierkapazität. Die Anbindung erfolgt über eine Verlängerung der kostenlosen, automatischen SkyLine-Bahn des Flughafens, die eigens gebaut wurde, um das neue Terminal zu erreichen, eine Fahrt von etwa 8 bis 10 Minuten ab Terminal 1, die von 4 bis 23 Uhr im 2- bis 3-Minuten-Takt verkehrt. Terminal 3 hat außerdem ein eigenes neues Parkhaus, P10, mit 8.500 Stellplätzen. Der Weg zwischen Terminal 1 und Terminal 2 ist eine separate, kürzere Verbindung, entweder die SkyLine (2-Minuten-Takt) oder ein kostenloser Shuttlebus ab Haltestelle 15 (10-Minuten-Takt), beide kostenlos.
Regionalbahnhof und Fernbahnhof liegen beide unter Terminal 1. Für S-Bahn und Regionalzüge der Beschilderung Richtung „Bahnhöfe S T“ und dann „Regionalbahnhof S“ folgen.
Foto von Martijn Stoof auf Pexels
Das Tarifzonen-Detail, das die meisten Ratgeber auslassen
Hier liegt der Punkt, über den Neuankömmlinge stolpern, die sich bereits an Frankfurts ÖPNV-Tarife gewöhnt haben: Der Flughafen liegt in einer eigenen RMV-Tarifzone (5090), nicht Teil von Frankfurts Standard-Stadtzone (5000). Eine reine Stadt-Einzelfahrkarte, selbst eine, die den ganzen Rest der Frankfurter Innenstadt abdeckt, reicht technisch nicht bis zum Flughafen, ohne einen Zusatz oder eine Fahrkarte, die für beide Zonen ausgestellt ist. Das lässt sich leicht falsch machen, wenn man an Frankfurts subventionierten Einheitspreis für Einzelfahrkarten innerhalb der Stadt gewöhnt ist.
Der einfachste Weg, die ganze Frage zu umgehen: Wer bereits ein Deutschlandticket besitzt, für den spielt diese Zonenrechnung keine Rolle. Es deckt die S8/S9-Regionalverbindung zum Flughafen ohne Zuschlag ab, genauso gültig wie bei jedem anderen Nah- oder Regionalverkehr bundesweit. Was es nicht leistet: den Einstieg in einen ICE, IC oder EC am Fernbahnhof, diese Fernverkehrsleistungen werden unabhängig von jedem mitgeführten Ticket komplett separat bepreist und gebucht.
Was Sie brauchen
- Eine gültige RMV-Fahrkarte, die sowohl die Startzone als auch Zone 5090 (Flughafen) abdeckt, oder ein Deutschlandticket, das dies für die S-Bahn-/Regionalverbindung komplett umgeht.
- Zusätzliche Zeit über die reine Zugfahrt hinaus einplanen, besonders für Terminal 3, der Weg zur SkyLine-Station und am anderen Ende zurück durch die Sicherheitskontrolle kann 20 bis 30 Minuten zusätzlich kosten.
- Eine separate Fernverkehrsfahrkarte bei Weiterreise mit ICE, IC oder EC, das Deutschlandticket deckt diesen Abschnitt nicht ab.
- Bei Bedarf an Mobilitätsunterstützung: mindestens einen Werktag im Voraus die Servicezentrale der Deutschen Bahn kontaktieren.
Schritt für Schritt
- Klären, welcher Bahnhof benötigt wird: Regionalbahnhof für S-Bahn/Regionalzüge, Fernbahnhof für ICE/IC/EC, beide unter Terminal 1.
- Bei einer Einzelfahrkarte prüfen, ob Zone 5090 abgedeckt ist, oder bestätigen, dass das eigene Deutschlandticket aktiv ist, das keinen Zusatz benötigt.
- Der Beschilderung Richtung „Bahnhöfe S T“ folgen, dann „Regionalbahnhof S“ für S8/S9 und Regionalzüge, oder „Fernbahnhof“ für Fernverkehrsleistungen.
- Bei einem Flug ab Terminal 3 zusätzliche Zeit einplanen für die kostenlose SkyLine-Verlängerung (8-10 Minuten) sowie Fußwege und eventuelle zusätzliche Sicherheitskontrollen.
- Für den Weg zwischen Terminal 1 und Terminal 2: die kostenlose SkyLine (2-Minuten-Takt) oder den kostenlosen Shuttlebus ab Haltestelle 15 (10-Minuten-Takt) nutzen.
- Bei Bedarf an Mobilitätsunterstützung die Servicezentrale der Deutschen Bahn im Voraus kontaktieren, statt es erst am Reisetag zu organisieren.
Hinweis zur Verlässlichkeit
Diese Seite beschreibt die allgemeine Praxis rund um die Anreise zum Frankfurter Flughafen mit der Bahn. Sie ist keine Reise- oder Rechtsberatung. Fahrpläne, Tarife und Terminal-Zuordnungen können sich ändern, besonders da Terminal 3 noch neu eröffnet ist; die eigene Reise direkt bei RMV, der Deutschen Bahn oder über frankfurt-airport.com bestätigen.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Welchen Bahnhof brauche ich eigentlich, Regionalbahnhof oder Fernbahnhof?
Für eine gewöhnliche Fahrt in die Frankfurter Innenstadt ist der Regionalbahnhof richtig, wo die S-Bahn-Linien S8 und S9 auf Gleis 1-3 abfahren. Der Fernbahnhof, Gleis 4-7, ist ein eigenes Gebäude für ICE, IC und EC in andere Teile Deutschlands oder ins Ausland, und dort befindet sich auch das Lufthansa AiRail Terminal, an dem manche Reisende ihr Gepäck direkt auf einen Zug statt ein Flugzeug einchecken können. Beide Bahnhöfe liegen dicht beieinander unter Terminal 1, die Beschilderung Richtung „Bahnhöfe S T“ und dann „Regionalbahnhof S“ führt bei Unsicherheit zum richtigen Ziel.
Wie komme ich tatsächlich zu Terminal 3?
Seit der Eröffnung von Terminal 3 am 23. April 2026 wurde die kostenlose, automatische SkyLine-Bahn eigens verlängert, um es von Terminal 1 aus zu erreichen, eine Fahrt von etwa 8 bis 10 Minuten, die von 4 bis 23 Uhr verkehrt. Terminal 3 hat außerdem ein eigenes neues Parkhaus, P10, mit 8.500 Stellplätzen für die Anreise mit dem Auto. Zusätzliche Zeit über die reine Fahrzeit hinaus einplanen, der Weg zur SkyLine-Station und am anderen Ende zurück durch die Sicherheitskontrolle kann leicht 20 bis 30 Minuten insgesamt ausmachen.
Brauche ich nur wegen der anderen Tarifzone eine spezielle Fahrkarte?
Nur bei Einzelfahrkarten. Frankfurts Standard-Stadttarifzone (5000) umfasst den Flughafen technisch nicht, der in einer eigenen Zone (5090) liegt, eine reine Stadt-Einzelfahrkarte deckt eine Fahrt zum Flughafen also nicht ohne Zusatz ab. Die einfachste Lösung für die meisten Neuankömmlinge: Wer bereits ein Deutschlandticket besitzt, für den spielt diese Zonenlogik keine Rolle, es deckt die S8/S9-Regionalverbindung zum Flughafen ohne Zuschlag ab, überall in Deutschland.
Bringt mich das Deutschlandticket auch in den ICE ab Flughafen?
Nein. Das Deutschlandticket deckt den Nah- und Regionalverkehr bundesweit ab, einschließlich der S-Bahn und Regionalzüge (RB, RE) am Regionalbahnhof, gilt aber nicht für Fernverkehrszüge am Fernbahnhof, ICE-, IC- und EC-Fahrkarten werden unabhängig von jedem anderen mitgeführten Ticket separat gekauft und berechnet.
Was ist Rail&Fly, und ist das für Neuankömmlinge nützlich?
Rail&Fly ist ein kombiniertes Flug-plus-Zug-Produkt, buchbar über Reisebüros, Fluggesellschaften oder direkt über die Deutsche Bahn, hauptsächlich nützlich, wenn ohnehin ein bestimmter Flug gebucht wird und der Zugabschnitt der Reise in denselben Kauf gebündelt werden soll. Für eine gewöhnliche lokale Fahrt zum oder vom Flughafen brauchen die meisten Neuankömmlinge das nicht, es ist für Anschlüsse aus anderen Teilen Deutschlands zu einem Flug gedacht, oder umgekehrt.
Ich brauche Mobilitätsunterstützung am Bahnhof oder Flughafen. An wen wende ich mich?
Die Mobilitätsservicezentrale der Deutschen Bahn kümmert sich um Barrierefreiheit auf Bahnhofsseite, erreichbar unter +49 30 65212888 oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com, eine Anmeldung mindestens einen Werktag im Voraus wird empfohlen, damit das Personal am richtigen Gleis bereitsteht. Das ist getrennt von der Unterstützung auf Flughafenseite für die Terminals selbst, die direkt mit Fraport oder der eigenen Fluggesellschaft bei der Buchung organisiert wird.
