Der Rundfunkbeitrag in Hamburg: Eine Gebühr pro Wohnung, im eigenen Hinterhof des NDR

Der Rundfunkbeitrag ist eine bundesweite Gebühr, 18,36 Euro im Monat pro Wohnung, standardmäßig vierteljährlich mit 55,08 Euro abgerechnet, und jeder Haushalt in Deutschland schuldet ihn, Hamburg eingeschlossen, unabhängig davon, ob dort ein Fernseher oder Radio steht. Daran ändert sich von Stadt zu Stadt nichts. Was tatsächlich Hamburg-spezifisch ist, ist der Weg, auf dem die Gebühr die eigene Person überhaupt erst findet. Hamburgs eigene Meldebehörde, 2023 offiziell in Hamburg Service vor Ort umbenannt, obwohl die meisten weiterhin den alten Namen Kundenzentrum verwenden, speist dasselbe bundesweite Melderegister, das der Beitragsservice über seinen regelmäßigen Meldedatenabgleich prüft, egal ob ein Termin in einem von Hamburgs 7 Bezirken gebucht wird oder über die elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) registriert wird, die Online-Alternative, die Hamburgs eigene Senatskanzlei 2022 tatsächlich als Pilotprojekt aufgebaut hat, bevor sie bundesweit ausgerollt wurde. Hamburg ist zudem Heimat des NDR (Norddeutscher Rundfunk), der öffentlich-rechtlichen Anstalt, die der eigene Rundfunkbeitrag hier mitfinanziert, mit Sitz in Rotherbaum und Lokstedt, gebunden an den eigenen Vier-Länder-Staatsvertrag über Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, eine tatsächlich andere Konstruktion als Bayerns einzelstaatlicher BR oder der zweistaatliche rbb von Berlin und Brandenburg. Für Neuankömmlinge, die zunächst in einer WG landen, bevor eine eigene Wohnung gefunden wird, ein üblicher Start in Hamburg angesichts durchschnittlicher WG-Zimmermieten von rund 650 Euro im Monat, wird die Gebühr einmal pro Wohnung geschuldet, nicht pro Mitbewohnerin oder Mitbewohner, und die eigene Anleitung der Verbraucherzentrale Hamburg zieht die Grenze einfach: ein Zimmer, das nur über eine gemeinsame Wohnungstür erreichbar ist, zählt als Teil einer Wohnung und einer Rechnung, während ein Zimmer mit eigener Tür zu einem gemeinsamen Treppenhausflur, samt eigenem Briefkasten und eigener Klingel, separat abgerechnet wird.

Die bundesrechtliche Regel, angewendet auf eine Hamburger Adresse

Der Rundfunkbeitrag finanziert Deutschlands öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten, ARD, ZDF und Deutschlandradio, und wird einmal pro Wohnung erhoben, derzeit 18,36 Euro im Monat, unabhängig davon, ob darin ein Fernseher, ein Radio oder nichts weiter als ein streamender Laptop steht. Dieser Satz gilt unverändert seit Juli 2021, obwohl die KEF, die unabhängige Kommission, die den Finanzbedarf der Rundfunkanstalten prüft, eine Anhebung auf 18,94 Euro empfohlen hatte. Die Bundesländer haben diese Erhöhung nie beschlossen, ARD und ZDF trugen den Streit vor das Bundesverfassungsgericht, das den Fall am 23. Juni 2026 verhandelte, ein Urteil wird noch in diesem Jahr erwartet. Im Februar 2026 schlug die KEF eine separate, kleinere Erhöhung auf 18,64 Euro ab Januar 2027 vor, ebenfalls noch nicht entschieden. Nichts davon ändert, was aktuell geschuldet wird, es lohnt sich aber, direkt auf rundfunkbeitrag.de nachzusehen, statt eine einzelne Zahl als dauerhaft zu behandeln.

Die Abrechnung erfolgt standardmäßig vierteljährlich, 55,08 Euro alle drei Monate, mit halbjährlich (110,16 Euro) oder jährlich (220,32 Euro) als den beiden anderen gesetzlichen Optionen. Einen monatlichen Zahlungsplan gibt es nicht.

Zahlungsoptionen (kein monatlicher Plan existiert)
ZahlungsrhythmusBetrag
Vierteljährlich (Standard)55,08 €
Halbjährlich110,16 €
Jährlich220,32 €

Nichts davon ist Hamburg-spezifisch. Tatsächlich Hamburg-spezifisch ist, welche Behörde die eigene Anmeldung tatsächlich bearbeitet, wie diese Daten den Beitragsservice erreichen, und welche Landesrundfunkanstalt die eigene Gebühr dann mitfinanziert.

Hamburg Service vor Ort, und die Online-Option, die Hamburg selbst entwickelt hat

Die wenigsten füllen je selbst ein Rundfunkbeitrag-Formular aus. Stattdessen führt der Beitragsservice regelmäßig einen Meldedatenabgleich durch, einen gesetzlich vorgeschriebenen Abgleich zwischen den eigenen Zahlungsdatensätzen und den Meldedaten, die jede Meldebehörde in Deutschland führt. Kann eine erwachsene Person in einem Haushalt keiner bereits als zahlend registrierten Wohnung zugeordnet werden, kommt ein Brief mit der Bitte, die eigene Situation innerhalb von zwei Wochen zu bestätigen. Wird das ignoriert, erfolgt die automatische Registrierung, zurückdatiert auf das tatsächliche Einzugsdatum.

In Hamburg lohnt sich nicht die Suche nach einem “Bürgeramt” oder einer “KVR”, das sind Berlins beziehungsweise Münchens Begriffe. Die für die Anmeldung zuständige Behörde hieß hier bis April 2023 Kundenzentrum, dann benannte die Stadt sie in Hamburg Service vor Ort um, obwohl viele Einwohnerinnen und Einwohner und auch Suchergebnisse weiterhin gewohnheitsmäßig den älteren Namen verwenden. Hamburg ist in 7 Bezirke unterteilt, jeder betreibt mindestens einen Standort, mit dem nützlichen Detail, dass jeder davon die eigene Anmeldung bearbeiten kann, unabhängig davon, in welchem Bezirk tatsächlich gewohnt wird.

Der Teil, der für genau diese Gebühr zählt: egal durch welche Tür gegangen wird, die Daten landen am selben Ort. Seit 2022 bietet Hamburg die elektronische Wohnsitzanmeldung (eWA) an, eine Online-Alternative zur Terminbuchung, vorausgesetzt es besteht deutsche Staatsangehörigkeit oder EU-/EWR-Bürgerschaft mit aktivierter eID auf dem eigenen Personalausweis. Was das zu einer tatsächlich Hamburger Geschichte macht, statt einer generischen bundesweiten: die eigene Senatskanzlei der Stadt hat die eWA selbst entwickelt und hier den bundesweit ersten Pilotversuch durchgeführt, bevor sie nach dem Prinzip “Einer für Alle” im übrigen Deutschland ausgerollt wurde. Sie ist inzwischen der erste OZG-Digitalverwaltungsdienst, der alle 16 Bundesländer erreicht hat, und heute läuft das von Hamburg entwickelte System bei mehr als 2.500 Meldebehörden bundesweit, die rund 62,76 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner abdecken.

Nichts davon ändert die eigene Sichtbarkeit für den Beitragsservice in die eine oder andere Richtung. Ob eine eWA-Anmeldung vom eigenen Laptop aus abgeschlossen oder ein persönlicher Termin bei einem beliebigen Standort von Hamburg Service vor Ort wahrgenommen wird, die eigene Adresse wird in dasselbe amtliche Melderegister eingetragen, und der bundesweite Meldedatenabgleich greift auf genau dieses Bevölkerungsregister zurück, nicht auf einen Vermerk, über welchen Kanal es erreicht wurde. Da die eWA derzeit die meisten Nicht-EU-Reisepass-Inhaberinnen und -Inhaber ausschließt, melden sich die meisten internationalen Neuankömmlinge in Hamburg ohnehin persönlich an, landen aber über beide Wege im selben Register. Die eigentliche Terminmechanik behandelt der Beitrag dieser Seite zur Hamburger Adressanmeldung ausführlich.

Der eigene Hinterhof des NDR: Was die Gebühr hier tatsächlich finanziert

Der Rundfunkbeitrag selbst ändert sich nicht danach, wo in Deutschland man sich anmeldet, die Einnahmen werden bundesweit zusammengeführt und unter den Mitgliedsanstalten der ARD umverteilt, unabhängig von der eigenen Adresse. Was sich von Stadt zu Stadt tatsächlich unterscheidet, ist, welche Landesrundfunkanstalt tatsächlich Nachbarin ist. In Hamburgs Fall ist das der Norddeutscher Rundfunk (NDR), mit Sitz direkt in der Stadt, Hörfunkbetrieb in Rotherbaum und Fernsehstudios in Lokstedt.

Was den NDR strukturell von Münchens BR oder Berlins rbb unterscheidet, ist der eigene Staatsvertrag. Der NDR-Staatsvertrag wird gemeinsam von vier Bundesländern getragen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, statt des einen Bundeslands hinter Bayerns BR oder der zwei Bundesländer hinter dem rbb von Berlin und Brandenburg. Dieser Vier-Länder-Auftrag ist der Grund, warum das Programm des NDR weit über Hamburg hinausreicht, gleichzeitig aber eigene, Hamburg-spezifische Inhalte sendet: das Hamburg Journal, die eigene abendliche Regionalsendung des NDR zu Hamburger Politik, Kultur und lokalen Geschichten, läuft seit 1985 täglich.

Nichts davon wirkt sich auf die geschuldete Summe aus. Es ist schlicht die Antwort auf eine Frage, die sich viele Neuankömmlinge irgendwann stellen, sobald der graue Umschlag des Beitragsservice ankommt: wohin genau geht dieses Geld hier eigentlich.

Silhouetten einer Dach-Fernsehantenne und einer Satellitenschüssel vor einem leuchtend orangefarbenen Sonnenuntergangshimmel

Foto von Rino Adamo auf Pexels

Die WG-Haushaltsregel, und der eigene Test der Verbraucherzentrale Hamburg

Die bundesrechtliche Regel ist im Grundsatz einfach: ein Rundfunkbeitrag pro Wohnung, und die Bewohnerschaft haftet dafür gesamtschuldnerisch. In der Praxis meldet sich eine Person aus der WG an, der Rest teilt sich die Kosten privat oder eben nicht, und die Vermieterseite kann das nicht über die eigene Nebenkostenabrechnung mit einziehen.

Hamburg bringt diese Regel häufig mit der Realität in Konflikt, schlicht weil so viele Neuankömmlinge ihre ersten Monate in einer WG verbringen. Die durchschnittliche WG-Zimmermiete in Hamburg liegt Stand 2026 bei rund 650 Euro im Monat, gleichauf mit Berlin und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von rund 512 Euro, in zentralen Vierteln wie Sternschanze, Altona und St. Pauli oft noch höher.

Durchschnittliche monatliche WG-Zimmermiete nach deutscher Stadt, 2026

800€
München
650€
Hamburg
650€
Berlin
620€
Köln
512€
Deutschland-Ø

Diese Dichte gemeinsamen Wohnens ist der Grund, warum die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), die eigene Verbraucherschutzstelle der Stadt, eine leicht verständliche Fassung des zugrunde liegenden Wohnungstests veröffentlicht, die für eine private WG genauso gilt wie für ein Wohnheimzimmer:

Was als eine Wohnung (und eine Gebühr von 18,36 Euro) zählt, gegenüber mehreren
ZimmersituationRundfunkbeitrag-Ergebnis
Das eigene Zimmer hat eine eigene Tür zu einem gemeinsamen Gebäudeflur, mit eigenem Briefkasten und eigener KlingelZählt als eigenständige separate Wohnung, eigene Gebühr
Mehrere Zimmer liegen hinter einer gemeinsamen Wohnungstür, bevor ein Flur erreicht wirdZählt als eine Wohnung, eine Gebühr für alle darin
Eine Vierer-WG hinter einer einzelnen Wohnungstür in Altona oder SternschanzeEine Gebühr insgesamt, aufgeteilt, wie die Mitbewohnerschaft es privat vereinbart
Ein Wohnheimzimmer, nur über einen gemeinsamen Einheitseingang erreichbarAls Teil einer Wohnung abgerechnet, dieselbe Regel wie bei einer privaten WG

Wer in eine WG einzieht, in der bereits jemand zahlt, eröffnet keine neue Akte, sondern beantragt eine Befreiung unter Angabe der Beitragsnummer dieser Mitbewohnerin oder dieses Mitbewohners und bestätigt, dieselbe Wohnung zu teilen. Die VZHH bietet zudem eine kostenlose telefonische Beratung genau zu solchen Fragen an, montags bis donnerstags von 10 bis 11 Uhr, plus persönliche Sprechzeiten montags im eigenen Büro an der Kirchenallee in St. Georg. Die Richtung, die tatsächlich Probleme verursacht, ist die umgekehrte: zieht die angemeldete Mitbewohnerin oder der angemeldete Mitbewohner aus und wer bleibt, lässt einfach denselben Dauerauftrag weiterlaufen, zahlt diese Person am Ende für die neue Adresse der früheren Mitbewohnerschaft, statt für die WG, in der sie tatsächlich weiterhin wohnt, während die WG selbst formal unangemeldet bleibt. Fängt ein Meldedatenabgleich-Brief diese Diskrepanz irgendwann auf, können Nachzahlungen bis zu drei Jahre zurückreichen, für eine Wohnung, die die ganze Zeit über bewohnt war.

Befreiungen, kurz erklärt

Keine der folgenden Befreiungen ist automatisch, jede erfordert einen Antrag mit Nachweisen. Haushalte, die Bürgergeld, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, BAföG oder Leistungen für Asylsuchende beziehen, können eine vollständige Befreiung mit einer Kopie des jeweiligen Leistungsbescheids beantragen, rückwirkend bis zu drei Jahre ab dem Antragsdatum. Wohngeld allein qualifiziert nicht automatisch, nur ein separater Härtefallantrag funktioniert, und das auch nur, wenn das eigene Einkommen die Bürgergeld-Grenze um weniger als die monatliche Gebühr selbst überschreitet. Wer den Vermerk “RF” auf dem Schwerbehindertenausweis trägt, zahlt statt einer vollständigen Befreiung einen ermäßigten Drittelsatz, 6,12 Euro im Monat. Eine zweite Hamburger Wohnung (Nebenwohnung) kann ebenfalls befreit werden, wenn die Hauptwohnung bereits zahlt, vorausgesetzt der Antrag wird innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug gestellt, damit die Befreiung korrekt rückwirkend gilt. Studierende sollten speziell beachten, dass BAföG-Empfängerinnen und -Empfänger einen gut dokumentierten Befreiungsweg haben, auf den das Studierendenwerk Hamburg Neuankömmlinge aktiv hinweist.

Der Reihe nach vorgehen

  1. Verstehen, dass dies für den eigenen Hamburger Haushalt unabhängig von vorhandenen Geräten gilt. Die Pflicht ist an eine gemeldete Wohnung gebunden, nicht an einen Fernseher, ein Radio oder eine Streaming-Ausstattung.
  2. Sich proaktiv über das Formular “Wohnung anmelden” auf rundfunkbeitrag.de anmelden, sobald die eigene Hamburger Anmeldung erledigt ist, egal ob persönlich bei Hamburg Service vor Ort oder online über die eWA angemeldet wurde, statt abzuwarten, ob zuerst ein Meldedatenabgleich-Brief kommt.
  3. Wer in eine bestehende Hamburger WG einzieht, meldet sich nicht neu an. Die Beitragsnummer der bereits zahlenden Mitbewohnerin oder des bereits zahlenden Mitbewohners besorgen und stattdessen eine Befreiung auf der eigenen Akte beantragen.
  4. Wer selbst aus einer WG auszieht, meldet sich beim Beitragsservice schriftlich ab oder aktualisiert die Adresse. Keinen Dauerauftrag gegen eine bereits verlassene Wohnung weiterlaufen lassen.
  5. Wer nach dem Auszug einer angemeldeten Mitbewohnerin oder eines angemeldeten Mitbewohners in der Wohnung bleibt, meldet sich sofort selbst als neue zahlende Person an. Die Pflicht geht nicht automatisch über, und Nachzahlungen für eine unangemeldete Wohnung können bis zu drei Jahre zurückreichen.
  6. Ein SEPA-Lastschriftmandat einrichten, wer sich darum nicht mehr kümmern möchte. Die Abrechnung erfolgt standardmäßig vierteljährlich, 55,08 Euro, nicht monatlich.
  7. Bezieht der eigene Haushalt Bürgergeld oder eine andere qualifizierende Leistung, die Befreiung mit dem Leistungsbescheid beantragen. Sie kann bis zu drei Jahre zurückwirken, es lohnt sich also auch nach bereits erfolgter Zahlung.
  8. Wer studiert, sollte die eigene Anleitung des Studierendenwerks Hamburg zum BAföG-Befreiungsweg prüfen, oder die kostenlose Beratungslinie der Verbraucherzentrale Hamburg für eine konkrete Frage zur eigenen Zimmersituation anrufen.
  9. Beim endgültigen Verlassen Deutschlands beim Beitragsservice getrennt von der Hamburger Abmeldung abmelden, über den offiziellen “Abmelden”-Prozess, damit zu viel gezahlte Quartale erstattet werden.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag erklärt den allgemeinen Rahmen des Rundfunkbeitrags und seiner Anmeldung in Hamburg, Stand Mitte 2026, ersetzt aber keine Rechtsberatung. Beträge, Fristen und Befreiungsregeln können sich ändern. Für die eigene konkrete Situation sollten aktuelle Details direkt bei rundfunkbeitrag.de, Hamburg Service vor Ort oder der Verbraucherzentrale Hamburg bestätigt werden.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Wir besitzen keinen Fernseher, und alles wird über einen Laptop gestreamt. Gilt die Gebühr trotzdem für unsere Hamburger Wohnung?

Ja. Seit der Reform von 2013, die das alte gerätegebundene GEZ-System ersetzte, ist der Rundfunkbeitrag an eine gemeldete Wohnung in Deutschland gebunden, nicht an den Besitz eines bestimmten Geräts. rundfunkbeitrag.de spricht das direkt als eines der häufigsten Missverständnisse zur Gebühr an: kein Fernseher, kein Radio, nicht einmal ein Smartphone zu besitzen, begründet keine Befreiung. Die einzigen Wege heraus sind die konkreten Befreiungskategorien, hauptsächlich bestimmte Sozialleistungen oder eine dokumentierte Nebenwohnung, die bereits über die Hauptwohnung abgedeckt ist, nicht das Fehlen eines Empfangsgeräts.

Wenn wir uns online über Hamburgs eWA statt über einen Termin bei Hamburg Service vor Ort anmelden, findet uns der Beitragsservice trotzdem?

Ja, genau auf demselben Weg, und Hamburgs eigene Geschichte mit diesem System macht das leicht nachvollziehbar. Die elektronische Wohnsitzanmeldung ist kein leichterer, separater Anmeldekanal, der außerhalb jeder Erfassung liegt. Die IT- und Digitalisierungsstelle von Hamburgs Senatskanzlei hat die eWA tatsächlich selbst entwickelt und im September 2022 den bundesweit ersten Pilotversuch hier durchgeführt, bevor sie nach dem Prinzip 'Einer für Alle' im übrigen Deutschland ausgerollt wurde, und heute läuft das von Hamburg entwickelte System bei mehr als 2.500 Meldebehörden bundesweit, die rund 62,76 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner abdecken. Ob eine eWA-Anmeldung abgeschlossen oder ein persönlicher Termin bei einem der 7 Hamburger Bezirke wahrgenommen wird, die eigenen Daten landen im identischen amtlichen Melderegister, das den bundesweiten Meldedatenabgleich des Beitragsservice speist. Die einzige echte Einschränkung betrifft die Berechtigung: die eWA setzt derzeit ein BundID-Konto und einen Personalausweis mit aktivierter eID-Funktion voraus, was in der Praxis deutsche Staatsangehörige und EU-/EWR-Bürgerinnen und -Bürger mit eID-fähigem Ausweis meint. Wer mit einem Nicht-EU-Reisepass ankommt, muss weiterhin einen persönlichen Termin buchen, landet aber im selben Register.

Wir sind mehrere Mitbewohnerinnen und Mitbewohner in einer WG in Sternschanze oder Altona. Schulden wir jeweils einen eigenen Rundfunkbeitrag?

Nein. Die Gebühr wird einmal pro Wohnung erhoben, unabhängig davon, wie viele Erwachsene darin leben, eine Vierer-WG schuldet also genau dieselben 18,36 Euro im Monat wie eine Person, die allein ein Hamburger Studio mietet. Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), die eigene Verbraucherschutzstelle der Stadt, veröffentlicht eine leicht verständliche Fassung des zugrunde liegenden Wohnungstests, der gleichermaßen für WGs wie für Wohnheimzimmer gilt: ist das eigene Zimmer nur über eine gemeinsame Wohnungstür erreichbar, bevor ein gemeinsamer Flur erreicht wird, zählt die gesamte Einheit als eine Wohnung und eine Gebühr, aufgeteilt, wie die Mitbewohnerschaft es privat vereinbart; hat das eigene Zimmer eine eigene Tür, die direkt auf einen gemeinsamen Gebäudeflur führt, samt eigenem Briefkasten und eigener Klingel, wird es als eigenständige separate Wohnung abgerechnet. Hamburgs WG-Szene ist groß genug, dass diese Frage ständig aufkommt, bei einer durchschnittlichen WG-Zimmermiete von rund 650 Euro im Monat, Stand 2026, gleichauf mit Berlin und deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von rund 512 Euro. Wer in eine WG einzieht, in der bereits jemand zahlt, meldet sich nicht neu an, sondern beantragt eine Befreiung unter Angabe der Beitragsnummer dieser Mitbewohnerin oder dieses Mitbewohners. Die VZHH bietet zudem eine kostenlose telefonische Beratung genau zu solchen Fragen an, montags bis donnerstags von 10 bis 11 Uhr.

Was hat der NDR eigentlich mit unserem Rundfunkbeitrag zu tun? Zahlen wir in Hamburg deswegen mehr?

Nein, der Betrag ändert sich nicht danach, welche Landesrundfunkanstalt in der Nähe ihren Sitz hat, die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag werden bundesweit zusammengeführt und unter den Mitgliedsanstalten der ARD umverteilt, unabhängig vom eigenen Wohnort. Was tatsächlich Hamburg-spezifisch ist: der NDR (Norddeutscher Rundfunk) ist die eigene örtliche Anstalt, mit Sitz direkt in der Stadt, Hörfunk in Rotherbaum und Fernsehstudios in Lokstedt. Was den NDR strukturell von Münchens BR oder Berlins rbb unterscheidet, ist der eigene Staatsvertrag. Der NDR-Staatsvertrag wird gemeinsam von vier Bundesländern getragen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, statt des einen Bundeslands hinter Bayerns BR oder der zwei Bundesländer hinter dem rbb von Berlin und Brandenburg. Dieser Vier-Länder-Auftrag ist der Grund, warum das Programm des NDR weit über Hamburg hinausreicht, gleichzeitig aber eigene Hamburg-spezifische Inhalte sendet: das Hamburg Journal, die eigene Regionalsendung des NDR zu Hamburger Politik, Kultur und lokalen Geschichten, läuft seit 1985 täglich.

Wir beziehen Bürgergeld, sind wir dadurch automatisch befreit?

Nein, und genau das stolpert viele, weil die Befreiung echt ist, aber nicht automatisch. Sie muss selbst beantragt werden, mit Nachweisen, über rundfunkbeitrag.de oder per Post, mit einer Kopie des Leistungsbescheids. Bürgergeld qualifiziert, ebenso Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, BAföG und Leistungen für Asylsuchende, unter anderem, und einmal genehmigt kann die Befreiung bis zu drei Jahre ab dem Antragsdatum zurückwirken, es lohnt sich also, auch nach längerer bereits erfolgter Zahlung noch zu beantragen. Wohngeld ist der Punkt, an dem viele scheitern: allein Wohngeld zu beziehen, qualifiziert nicht für eine Befreiung, nur ein separater Härtefallantrag funktioniert, und der nur, wenn das eigene Einkommen die Bürgergeld-Grenze um weniger als die monatliche Gebühr selbst überschreitet, 18,36 Euro. Studierende mit BAföG haben ihren eigenen gut dokumentierten Weg durch dasselbe Befreiungsverfahren, den die eigene Anleitung des Studierendenwerks Hamburg Neuankömmlinge direkt weist.

Wie schließen wir das eigene Rundfunkbeitragskonto, wenn wir Hamburg endgültig verlassen?

Die Abmeldung der eigenen Adresse bei Hamburg Service vor Ort schließt das eigene Rundfunkbeitragskonto nicht automatisch, was viele abziehende Haushalte überrascht. Beides sind getrennte Systeme. Es muss auf rundfunkbeitrag.de gegangen werden, das Formular 'Abmelden' genutzt werden, ausgewählt werden, dass es sich um einen dauerhaften Umzug ins Ausland handelt, dann müssen die eigene Beitragsnummer, die frühere Adresse und das Auszugsdatum angegeben werden, zusammen mit einem Nachweis der Abmeldung beim Meldeamt. Ein Anruf zählt dafür nicht, es muss über das Online-Formular oder eine schriftliche Einreichung per Post laufen. Sobald es bearbeitet und auf das tatsächliche Auszugsdatum zurückdatiert ist, werden zu viel gezahlte Monate erstattet. Bleibt eine andere Person in derselben Wohnung zurück, muss diese Person sich als neue zahlende Person unter eigenem Namen anmelden, denn der Haushalt selbst schuldet die Gebühr weiterhin, solange er bewohnt ist.