Zecken, Borreliose und FSME-Risiko für Hamburger Familien: warum Hamburg und Schleswig-Holstein nicht auf Deutschlands Risikokarte stehen

Weder Hamburg noch das benachbarte Schleswig-Holstein hatten je einen einzigen offiziell ausgewiesenen FSME-Risikokreis (Frühsommer-Meningoenzephalitis), laut der neuesten Karte des Robert Koch-Instituts (RKI), veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 mit Datenstand Januar 2026: Von 185 Risikokreisen bundesweit liegt keiner in einem der beiden Länder, das Risiko konzentriert sich stattdessen auf Bayern, Baden-Württemberg und Teile Hessens, Thüringens, Sachsens und Brandenburgs. Die zwei nächstgelegenen offiziell ausgewiesenen Risikokreise liegen beide in Niedersachsen: der Landkreis Emsland, Risikogebiet seit 2019 und rund 250 Kilometer westlich, und der Landkreis Celle, erst am 27. Februar 2025 nach neun gemeldeten FSME-Fällen seit 2020 als zweiter niedersächsischer Risikokreis ausgewiesen, rund 100 Kilometer südlich. Keiner der beiden deckt die Nordheide oder die Lüneburger Heide ab, die Ausflugsziele, die Hamburger Familien tatsächlich an Wochenenden besuchen, auch wenn regionale Berichterstattung bestätigt, dass vereinzelte, statistisch nicht ausreichende FSME-Fälle sowohl dort als auch nördlich um Bad Segeberg in Schleswig-Holstein aufgetreten sind, genau das Muster, das das RKI bundesweit beschreibt: Ein vereinzelter Fall kann auch in einem Bundesland ohne ausgewiesenes Risikogebiet vorkommen, nur eben nicht in einer Häufigkeit, die die statistische Schwelle für eine Einstufung überschreitet. Dieser Unterschied zählt vor allem für die FSME-Impfung, die die Ständige Impfkommission (STIKO) speziell für Personen mit regelmäßigem Zeckenkontakt innerhalb eines ausgewiesenen Risikogebiets empfiehlt (zwei Kinderimpfstoffe, FSME-Immun Junior und Encepur Kinder, sind ab dem ersten Geburtstag zugelassen), die pauschale Alle-impfen-Botschaft, wie sie in Bayern üblich ist, gilt also nicht automatisch für eine Familie, die nur rund um Hamburg wandert. Bundesweit wurden 2025 693 FSME-Fälle gemeldet, der dritthöchste Wert seit Beginn der Erfassung 2001. Für Borreliose, die deutlich häufigere zeckenübertragene Krankheit, verursacht durch Bakterien statt eines Virus, gibt es keinen vergleichbaren Impfstoff, und sie ist in Hamburgs eigenen Wäldern unabhängig davon, was die FSME-Karte zeigt, wirklich präsent: Wanderführer zum Naturschutzgebiet Duvenstedter Brook, einem der größten der Stadt, beschreiben Warnschilder zu Zecken an Waldrändern und hohen Wiesen, die in den letzten Jahren stetig häufiger geworden sind. Anders als Berlin und Bayern hat Hamburg keine landesweite Meldepflicht für Borreliose; die eigene amtliche Liste meldepflichtiger Infektionen der Stadt enthält Borreliose nicht, es gibt also keine lokale Fallzahl, wie sie Berlins Gesundheitsbehörde veröffentlicht, nur bundesweite Schätzungen, die je nach Studie stark schwanken, von rund 40.000 bis 80.000 neuen Fällen pro Jahr in frühen Untersuchungen bis zu 240.000 bis 312.000 versicherten Patientinnen und Patienten pro Jahr in neueren Krankenkassen-Abrechnungsdaten. Die beiden zeckenübertragenen Krankheiten unterscheiden sich auch in der Übertragungsgeschwindigkeit: Das FSME-Virus kann innerhalb von Minuten in einen Biss übergehen, weshalb hier die Impfung statt der Entfernungsgeschwindigkeit schützt, während Borrelia-Bakterien bei Borreliose typischerweise 12 bis 24 Stunden Saugzeit brauchen, bevor sie in die Wunde wandern, genau deshalb senkt eine noch am selben Tag korrekt durchgeführte Zeckenkontrolle und -entfernung das Borreliose-Risiko spürbar. Beliebte Hamburger Wanderziele, die es unabhängig davon zu kennen lohnt: das kombinierte Wegenetz aus Wohldorfer Wald (7 km) und Duvenstedter Brook (10 km) bei Ohlstedt an der U1, der kostenlose Wildpark Klövensteen im Westen der Stadt, und das 142 Hektar große Niendorfer Gehege in Eimsbüttel mischen alle Waldrand, hohes Gras und Wiese, genau dort, wo Zecken warten.

Die Karte sagt Nein, der Wald sagt etwas anderes

Eine Familie, die sich in Hamburg niederlässt und einen Wochenendwanderung plant, stößt meist auf zwei widersprüchliche Signale gleichzeitig. Auf der einen Seite hat Deutschlands amtliche Karte zur Frühsommer-Meningoenzephalitis Hamburg oder irgendetwas in Schleswig-Holstein nie als Risikogebiet geführt, das Impfgespräch, das Elternforen in Bayern dominiert, kommt hier kaum auf. Auf der anderen Seite läuft man in jedem Hamburger Naturschutzgebiet im späten Frühjahr trotzdem meist an einem Zeckenwarnschild vorbei. Beides stimmt gleichzeitig, und es beantwortet zwei wirklich unterschiedliche Fragen: ob ein Ort als offizieller FSME-Risikokreis (Frühsommer-Meningoenzephalitis) zählt, und ob Zecken, und die deutlich häufigere Borreliose, die sie ebenfalls übertragen, tatsächlich vorkommen. Die erste Frage hat eine klare, kartierte Antwort. Die zweite braucht gar keine amtliche Karte, denn die Antwort ist schlicht ja, überall dort, wo Gras, Waldrand oder Gebüsch ist.

Wo Hamburger Familien tatsächlich wandern

Beliebte Wander- und Waldziele im Hamburger Umland, und was zeckenmäßig zu erwarten ist
ZielStadtteil / ZugangGröße oder LängeGelände, das für Zecken relevant ist
Wohldorfer Wald + Duvenstedter BrookWalddörfer; U1 bis Ohlstedt, Parken an Saseler Chaussee / Bergstedter Chaussee7 km + 10 km, zu einer längeren Runde kombinierbarFeuchtwald, Moorland, Wiese, hohes Gras an Waldrändern; Hunde im Duvenstedter Brook verboten, saisonale Frühjahrs-/Herbstsperren für die Tierwelt
KlövensteenRissen, westliches Hamburg; kostenloser EintrittGroßer Mischwald mit Wildgehege (Rotwild, Damwild, Mufflons)Offene Lichtungen, Teiche, Bäche, dichtes Unterholz rund um den Gehegezaun
Niendorfer GehegeEimsbüttel142 Hektar, ~15 km befestigte WegeAltbestand-Wald mit zwei Spielplätzen; Wege kinderwagenfreundlich, aber von hohem Gras und Unterholz gesäumt
Öjendorfer Park / Boberger NiederungWandsbek / Bergedorf~14 km Rundweg über Wandsbeker GehölzMischwald, Uferwiese, Dünenheide-Lebensraum an der Boberger Niederung

Die Kombination aus Wohldorfer Wald und Duvenstedter Brook ist die, bei der die meisten Familien landen, da sie direkt mit der U-Bahn erreichbar und groß genug ist, um einen ganzen Vormittag zu füllen. Sie ist zudem ungewöhnlich hügelig für Hamburger Verhältnisse und laut dem eigenen Wanderführer der Stadt Heimat von sieben bis zehn Kranich-Brutpaaren im Jahr. Das alles hat nichts speziell mit Zeckenrisiko zu tun, erklärt aber, warum so viele Familien immer wieder zurückkommen, genau deshalb lohnt es sich zu wissen, was dort tatsächlich unter den Füßen wartet.

Ein Schotterwaldweg schlängelt sich durch hohe Buchen mit dichtem grünem Unterholz und hohem Gras an den Rändern, gesprenkeltes Licht fällt durch das Blätterdach, keine Menschen sichtbar, typisch für den gemischten Tieflandwald rund um Hamburg

Foto von Zed Can77 auf Pexels

Warum Hamburg und Schleswig-Holstein nie auf der Risikogebietsliste standen

RKIs FSME-Risikogebietseinstufung ist eine statistische Schwelle, kein einfacher Ja-oder-Nein-Test auf Vorkommen, und Hamburg und sein nördlicher Nachbar haben sie nie überschritten. Das Update 2026, veröffentlicht im Epidemiologischen Bulletin 9/2026 mit Datenstand Januar 2026, nennt 185 Risikokreise bundesweit, zwei mehr als im Vorjahr, und beschreibt die Konzentration als überwiegend südlich und östlich: Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Südost-Thüringen, Sachsen, Südost-Brandenburg und Osten Sachsen-Anhalts tragen den Großteil, mit vereinzelten Risikokreisen auch in Mittelhessen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Hamburg und Schleswig-Holstein tauchen in dieser Liste schlicht nicht auf, weder in der Kerngruppe noch bei den verstreuten Einzelkreisen.

Die nächsten offiziellen Risikokreise zu Hamburg liegen beide in Niedersachsen, und keiner ist dort, wohin die meisten Familienausflüge tatsächlich führen. Der Landkreis Emsland, an der niederländischen Grenze rund 250 Kilometer westlich, hat den Risikogebietsstatus seit 2019. Der Landkreis Celle, rund 100 Kilometer südlich von Hamburg, wurde erst am 27. Februar 2025 als zweiter niedersächsischer Risikokreis ausgewiesen, nachdem das RKI dort neun FSME-Fälle seit 2020 verzeichnet hatte. Das ist ein deutlich anderes Bild als bei Berlin, dessen Nachbarland Brandenburg fünf offizielle Risikokreise innerhalb von 60 bis 130 Kilometern hat, manche davon an beliebten Ausflugsrouten. Auch Hamburgs eigenes Umland, einschließlich der Nordheide Richtung Lüneburger Heide, die so viele Hamburger Familien tatsächlich besuchen, hat diese Schwelle nie überschritten, obwohl regionale Berichterstattung bestätigt, dass vereinzelte, nicht ausreichende FSME-Fälle dort aufgetreten sind, und separat nördlich um Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. RKIs eigene Position dazu ist unmissverständlich: Ein vereinzelter Fall kann überall vorkommen, auch in Ländern ohne jedes ausgewiesene Risikogebiet, ohne die amtliche Einstufung zu ändern, denn diese basiert auf einer über fünf Jahre gleitenden Fallrate, die eine konkrete statistische Schwelle überschreiten muss, kein einfacher Ja-oder-Nein-Test auf Vorkommen.

Die FSME-Impffrage für eine Familie, die nicht in einem Risikogebiet lebt

Bundesweit wurden 2025 693 FSME-Fälle gemeldet, der dritthöchste Wert seit Beginn der Fallerfassung 2001, und die STIKO, Deutschlands Ständige Impfkommission, empfiehlt die FSME-Impfung speziell für Personen, die in einem ausgewiesenen Risikogebiet leben oder es regelmäßig besuchen. Zwei Kinderimpfstoffe, FSME-Immun Junior und Encepur Kinder, sind ab dem ersten Geburtstag zugelassen, und eine abgeschlossene Dreifach-Impfserie bietet einen starken, mehrjährigen Schutz. Aber die Empfehlung ist ausdrücklich an die Exposition in einem Risikogebiet gebunden, und Hamburg selbst ist keines, der automatische „Kind impfen lassen”-Rat, der in bayerischen Elterngruppen kursiert, trägt hier also nicht dasselbe amtliche Gewicht.

Das macht die Impfung nicht für jede Hamburger Familie irrelevant. Wer regelmäßig südwärts fährt, um Verwandte zu besuchen, Urlaub in einer bayerischen oder baden-württembergischen Region macht, oder häufig rund um Celle wandert, jetzt, da es neu klassifiziert ist, verschiebt sich die Rechnung, und es lohnt sich, direkt mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt über das tatsächliche Reisemuster der Familie zu sprechen, statt nur über die gemeldete Adresse. Was die Impfung nicht tut, unabhängig vom Wohnort, ist Schutz vor Borreliose, einer separaten Krankheit, die von denselben Zecken übertragen wird.

Borreliose kümmert sich nicht um die RKI-Karte

Borreliose wird durch Borrelia-Bakterien statt eines Virus verursacht, hat nirgendwo in Europa einen zugelassenen Impfstoff, und wird, anders als FSME, überhaupt nicht durch eine amtliche Risikogebietskarte erfasst, weil sie überall dort auftritt, wo Zecken leben. In Hamburg bedeutet das, sie ist bereits heute in den eigenen Wäldern der Stadt präsent. Wanderführer zum Duvenstedter Brook, mit 780 Hektar eines der größten Naturschutzgebiete Hamburgs, vermerken, dass Schilder mit Zeckenwarnungen an Waldrändern, dichtem Gebüsch und hohen Wiesen dort in den letzten Jahren stetig häufiger geworden sind, völlig unabhängig davon, was die bundesweite FSME-Karte über die weitere Region sagt.

Anders als Berlin, Bayern und mehrere andere deutsche Bundesländer hat Hamburg keine landesweite Meldepflicht für Borreliose. Bayern führte seine eigene Meldepflicht für behandelnde Ärztinnen und Ärzte bereits im März 2013 ein, und Berlins Landesgesundheitsamt veröffentlicht seit einer ähnlichen, ebenfalls 2013 in Kraft getretenen Regelung jährlich eine Borreliose-Fallzahl. Hamburgs eigene amtliche Liste meldepflichtiger Infektionskrankheiten, veröffentlicht von der Stadt, enthält Borreliose überhaupt nicht, es gibt also keine lokale Fallzahl für Hamburg, wie es sie für Berlin gibt. Stattdessen existieren nur bundesweite Schätzungen, die je nach Studie und Methodik erheblich schwanken: Eine frühe Studie aus den späten 1980er-Jahren bezifferte die jährlichen Neufälle bundesweit auf rund 40.000 bis 80.000, prospektive Forschung in den 1990er-Jahren legte eine ähnliche Spanne nahe, und eine neuere Auswertung gesetzlicher Krankenkassen-Abrechnungsdaten von 2010 bis 2018 fand zwischen 240.000 und 312.000 versicherte Patientinnen und Patienten pro Jahr, wobei das RKI selbst darauf hinweist, dass diese Zahl vermutlich einige diagnostische und Kodierungs-Unschärfen enthält. Wie auch immer die genaue Zahl ausfällt, das RKI ist eindeutig, dass Borreliose bundesweit eine weit verbreitete Erkrankung ist, und Hamburgs Wälder sind davon keine Ausnahme.

Geschwindigkeit zählt, nur bei jeder Krankheit aus einem anderen Grund

Die beiden Krankheiten übertragen sich auf wirklich unterschiedlichen Zeitschienen, das lohnt sich zu verstehen statt nur als Regel auswendig zu lernen. Das FSME-Virus lebt im Speichel einer infizierten Zecke und kann innerhalb von Minuten nach einem Biss in die Wunde übergehen, manchmal bevor überhaupt jemand die Zecke bemerkt. Genau deshalb ist die Impfung, nicht die schnelle Entfernung, der eigentliche Schutz gegen FSME in einem echten Risikogebiet: Wenn die Zecke gefunden wird, ist die Übertragung möglicherweise bereits abgeschlossen.

Borrelia-Bakterien verhalten sich anders. Sie leben im Darm einer Zecke statt im Speichel und brauchen meist zwischen 12 und 24 Stunden Saugzeit, bevor sie in die Bisswunde wandern. Genau diese Zeitspanne ist der Grund, warum eine noch am selben Tag korrekt durchgeführte Zeckenkontrolle und -entfernung das Borreliose-Risiko spürbar senkt, selbst in einer Stadt ganz ohne offizielle FSME-Ausweisung. Die Gewohnheit, die gegen beide Sorgen hilft, ganz gleich in welchem Wald der Ausflug stattfindet, ist dieselbe: prompt kontrollieren, korrekt entfernen, die Stelle danach beobachten.

Der Reihe nach vorgehen

  1. Für jeden Wald- oder Wiesenspaziergang passend anziehengeschlossene Schuhe, lange Hosen und helle Kleidung machen eine Zecke leichter erkennbar, bevor sie sich festsetzt, besonders an den hohen Wiesen und Waldrändern des Duvenstedter Brooks.
  2. Nach jeder Zeit in Gras, an Waldrändern oder im Gebüsch den ganzen Körper absuchennicht nur nach einer offensichtlichen Wanderung. Kopfhaut, hinter den Ohren, Achseln, Leistengegend und Kniekehlen sind bei Kindern besonders beliebte Zeckenstellen.
  3. Jede Zecke sofort entfernenmit einer feinen Pinzette, einem Zeckenhaken oder einer Zeckenkarte, so nah wie möglich an der Haut fassen, idealerweise direkt an den Mundwerkzeugen der Zecke.
  4. Langsam und gleichmäßig gerade nach oben ziehenohne den Körper der Zecke zu drehen oder zu quetschen. Öl, Vaseline, Nagellack oder Alkohol ganz vermeiden; all das kann die Zecke dazu bringen, Speichel in die Wunde zu erbrechen, statt zu helfen.
  5. Die Stelle desinfizieren, das Datum notieren, und mindestens vier Wochen beobachten. Ein sich ausbreitender, ringförmiger roter Ausschlag (Erythema migrans, Wanderröte) ist das klassische Frühzeichen von Borreliose und braucht noch am selben Tag einen Arztbesuch; er spricht bei früher Erkennung gut auf Antibiotika an.
  6. Bei Fieber, grippeähnlichen Symptomen, starken Kopfschmerzen oder einer Gesichtslähmung in den Tagen oder Wochen nach einem Biss prompt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, unabhängig davon, ob je ein Ausschlag auftrat. Außerhalb der Sprechzeiten der Kinderärztin oder des Kinderarztes bedeutet das 116117 oder eine Kindernotfallpraxis, nicht Hamburgs Kinderschutz-Krisentelefon, das für eine ganz andere Art von Notfall zuständig ist.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag fasst FSME-Risikogebietseinstufungen, Borreliose-Meldepflichtregeln und Hinweise zur Zeckenentfernung zusammen, wie sie vom Robert Koch-Institut, der Stadt Hamburg und weiteren zitierten Quellen veröffentlicht wurden, Stand Mitte 2026. Das RKI aktualisiert seine FSME-Risikogebietskarte etwa jährlich, und Einstufungen auf Kreisebene, bundesweite Fallzahlen und Impfempfehlungen können sich ändern; aktuelle Details direkt beim RKI oder einer Ärztin oder einem Arzt bestätigen, bevor eine Impfentscheidung getroffen wird. Das ist allgemeine Information, keine individuelle medizinische Beratung; wer nach einem Zeckenbiss Symptome zeigt, sollte eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren, statt sich allein auf diesen Beitrag zu verlassen.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ist Hamburg, oder irgendwo in der Nähe, offizielles FSME-Risikogebiet?

Nein. RKIs Karte 2026 (Epidemiologisches Bulletin 9/2026, Datenstand Januar 2026) listet 185 Risikokreise bundesweit, konzentriert vor allem auf Bayern, Baden-Württemberg und Teile Hessens, Thüringens, Sachsens und Brandenburgs, weder Hamburg noch ganz Schleswig-Holstein taucht auf dieser Liste irgendwo auf. Die zwei nächstgelegenen ausgewiesenen Risikokreise liegen beide in Niedersachsen: der Landkreis Emsland, Risikogebiet seit 2019 und rund 250 Kilometer westlich, und der Landkreis Celle, erst am 27. Februar 2025 nach neun gemeldeten FSME-Fällen seit 2020 als zweiter niedersächsischer Risikokreis ausgewiesen, rund 100 Kilometer südlich. Keiner der beiden reicht in die Nordheide oder die Lüneburger Heide, wohin Hamburger Familien tatsächlich am Wochenende fahren, auch wenn regionale Presseberichte bestätigen, dass vereinzelte, statistisch nicht ausreichende FSME-Fälle sowohl dort als auch nördlich Richtung Bad Segeberg in Schleswig-Holstein aufgetreten sind. Das ist bundesweit ein normales Muster: RKIs eigene Materialien merken an, dass vereinzelte FSME-Fälle gelegentlich auch in Bundesländern ohne jedes ausgewiesene Risikogebiet auftreten, nur nie in einer Häufigkeit, die für eine offizielle Einstufung ausreicht.

Sollten wir unsere Kinder trotzdem gegen FSME impfen lassen, wenn wir in Hamburg leben?

STIKOs amtliche Empfehlung ist konkret an das Wohnen in oder regelmäßige Besuchen eines ausgewiesenen Risikogebiets gebunden, und Hamburg erfüllt das nicht, es gibt also keine pauschale Antwort wie für eine Familie in München oder anderswo in Bayern. Zwei Kinder-FSME-Impfstoffe, FSME-Immun Junior und Encepur Kinder, sind ab dem ersten Geburtstag zugelassen, falls eine Familie trotzdem entscheidet, dass es sinnvoll ist, etwa weil regelmäßig Verwandte in einem Risikogebiet im Süden besucht werden, Urlaub in einer Gegend wie dem Umland von Celle gemacht wird, oder einfach der Schutz unabhängig von der amtlichen Einstufung gewünscht wird. Das ist ein Gespräch, das sich lohnt, mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt zu führen, statt eine Entscheidung, die dieser Beitrag treffen kann, denn es hängt vom tatsächlichen Reise- und Wandermuster der Familie ab, nicht nur von der Meldeadresse.

Was ist der eigentliche Unterschied zwischen FSME und Borreliose, und worüber sollten wir uns beim Wandern rund um Hamburg wirklich Sorgen machen?

Das sind unterschiedliche Krankheiten von unterschiedlichen Erregern, und für eine Hamburger Familie ist Borreliose diejenige, die im Alltag ernst zu nehmen ist. FSME ist ein Virus, das innerhalb von Minuten nach einem Biss übertragen werden kann, es gibt keine Heilung, sobald Symptome auftreten, und genau deshalb existiert die Impfung, aber das Risiko ist an ausgewiesene Risikogebiete gebunden, zu denen Hamburg nicht gehört. Borreliose wird durch Borrelia-Bakterien verursacht, die im Darm einer Zecke leben und meist 12 bis 24 Stunden Saugzeit brauchen, bevor sie in die Wunde wandern; dagegen gibt es nirgendwo in Europa einen Impfstoff, aber sie spricht bei früher Erkennung gut auf Antibiotika an, und anders als FSME tritt sie überall dort auf, wo Zecken leben, ganz ohne Risikogebietskarte. Das bedeutet, sie ist heute in Hamburgs eigenen Wäldern präsent, Wanderführer zum Duvenstedter Brook beschreiben bereits häufigere Zeckenwarnschilder an Waldrändern und hohen Wiesen, unabhängig davon, was die bundesweite FSME-Karte über die weitere Region aussagt.

Wie prüfen und entfernen wir eine Zecke richtig, und wann braucht ein Biss eine Ärztin oder einen Arzt?

Nach jeder Zeit in Gras, an Waldrändern oder im Gebüsch den ganzen Körper absuchen, mit besonderer Aufmerksamkeit für Kopfhaut, hinter den Ohren, Achseln, Leistengegend und Kniekehlen, gerade bei Kindern beliebte Stellen. Jede Zecke sofort mit einer feinen Pinzette, einem Zeckenhaken oder einer Zeckenkarte entfernen, so nah wie möglich an der Haut fassen und langsam und gleichmäßig gerade nach oben ziehen, ohne zu drehen oder den Körper zu quetschen; Öl, Vaseline, Nagellack oder Alkohol ganz vermeiden, all das kann die Zecke dazu bringen, Speichel in die Wunde zu erbrechen, statt zu helfen. Danach die Stelle desinfizieren und das Datum notieren. Ein Arztbesuch ist normalerweise nicht nötig, nur um eine Zecke zu entfernen, aber die Stelle mindestens vier Wochen lang beobachten: Ein sich ausbreitender, ringförmiger roter Ausschlag (Erythema migrans, Wanderröte) ist das klassische Frühzeichen von Borreliose und braucht noch am selben Tag einen Besuch bei der Kinderärztin, dem Kinderarzt oder der Hausärztin, ebenso wie Fieber, grippeähnliche Symptome, starke Kopfschmerzen oder eine Gesichtslähmung in den Tagen oder Wochen danach. Außerhalb der Sprechzeiten bedeutet das 116117 oder die übliche Kindernotfallpraxis, nicht Hamburgs Kinderschutz-Krisentelefon.