Vor der Feriencamp-Buchung: Betriebliche Ferienbetreuung als dritte Option in München

Neben dem städtischen Ferienbetreuung-System und dem privaten, familienweise gebuchten Feriencamp-Markt gibt es in München eine echte dritte Option: Firmen können für die Kinder ihrer Beschäftigten betreute Ferienplätze über spezialisierte Anbieter buchen. Die bekannteste Variante ist Kids@Company, eine Initiative des Wirtschaftsbeirats Bayern in Kooperation mit Care4Kidz gGmbH, KINDERreich in Bayern e.V. und SIRA Kinderbetreuung gGmbH. Münchner Unternehmen können darüber für Kinder von fünf bis zwölf Jahren Betreuungsplätze zu einem Festpreis von 375 Euro plus Umsatzsteuer pro Kind und Woche buchen, vier Wochen lang während der Sommerferien, werktags von 8 bis 18 Uhr, an mehreren SIRA-Standorten in der Stadt. Daneben bieten Anbieter wie Markus Paul GmbH, FUNTIME und Leo-Kinderevents eigene betriebliche Ferienbetreuung an, häufig mit Programmwochen, die individuell um das jeweilige Unternehmen herum gestaltet werden. Der Betrag ist für das Unternehmen vollständig als Betriebsausgabe absetzbar. In der Praxis übernehmen Eltern bei manchen Anbietern zusätzlich einen Teil der Kosten direkt, während das Unternehmen nach Ende der Betreuung nur eine einzige Gesamtrechnung erhält statt vieler Einzelrechnungen pro Familie. Dieser Benefit wird selten aktiv beworben, deshalb bleibt der zuverlässigste erste Schritt, direkt und namentlich bei der eigenen Personalabteilung nachzufragen, statt aus dem Fehlen einer Erwähnung im Benefit-Katalog zu schließen, dass es ihn nicht gibt.

Die offizielle Regel

Münchner Familien, die Optionen für die Ferienbetreuung abwägen, kennen meist nur zwei Wege: das städtische Ferienbetreuung-System und den privaten, familienweise gebuchten Feriencamp-Markt. Dabei existiert speziell über Arbeitgeber eine echte dritte Option, die selten aktiv beworben wird.

Münchner Unternehmen können für die Kinder ihrer Beschäftigten Ferienbetreuungsplätze zu einem festen, dokumentierten Preis buchen. Die bekannteste dieser Initiativen heißt Kids@Company, getragen vom Wirtschaftsbeirat Bayern in Kooperation mit Care4Kidz gGmbH, KINDERreich in Bayern e.V. und SIRA Kinderbetreuung gGmbH, worüber auch münchen business, die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt, berichtet. Münchner Unternehmen können darüber Betreuungsplätze für Kinder von fünf bis zwölf Jahren zu 375 Euro plus Umsatzsteuer pro Kind und Woche buchen, vier Wochen während der Sommerferien, werktags von 8 bis 18 Uhr, aktuell unter anderem an SIRA-Standorten in der Karlstraße, Görresstraße, Kaulbachstraße und an der Theresienhöhe, mit wechselnden Themenwochen wie „Die Spiele Akademie” oder „Magische Spiele”.

Betriebliche Ferienbetreuung auf einen Blick (Kids@Company)
DetailTypische Ausgestaltung
Kosten375 EUR + USt pro Kind und Woche
Wer zahltDas Unternehmen, direkt an den Anbieter, teils mit Elternanteil je nach Anbieter
Steuerliche BehandlungFür das Unternehmen vollständig als Betriebsausgabe absetzbar
AbrechnungEine Gesamtrechnung nach Ende der Ferienzeit, nicht pro Familie
Bekannte AnbieterKids@Company, Markus Paul GmbH, FUNTIME, Leo-Kinderevents, unter anderem

Neben Kids@Company bieten spezialisierte Anbieter eigene betriebliche Ferienbetreuung an, die die komplette Organisation für das Unternehmen übernehmen. Markus Paul GmbH nennt für ihre Programme eine Gesamtkostenspanne von etwa 200 bis 450 Euro pro Kind und Woche inklusive Personal, Programm, Ausflügen und Material, wovon Eltern in der Regel 30 bis 50 Prozent direkt tragen, während der übrige, vom Unternehmen getragene Anteil für dieses „vollständig als Betriebsausgabe absetzbar” ist. Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen mit über 300 pädagogisch geschulten Mitarbeitenden jährlich rund 4.000 Kinder deutschlandweit, für ein einzelnes Projekt sind mindestens 5 teilnehmende Kinder nötig. FUNTIME beschreibt seine flexiblen Ferienprogramme als geeignet für Unternehmen jeder Größe, vom Startup bis zum Großkonzern, mit individuell zugeschnittenen Betreuungslösungen statt einem generischen Standardangebot. Leo-Kinderevents wirbt zusätzlich mit maßgeschneiderten, auf das jeweilige Unternehmen abgestimmten Bastelaktionen über eine eigene Grafikabteilung.

Die Abrechnung läuft über eine einzige Gesamtrechnung an das Unternehmen, nicht über Einzelzahlungen pro Familie. Leo-Kinderevents beschreibt das auf der eigenen Anbieterseite ausdrücklich so: „Nach Ende der Ferienbetreuung erhalten Sie eine Rechnung für das Gesamtprojekt”, wobei Elternbeiträge auf Wunsch auch direkt eingezogen und mit der Abschlussrechnung verrechnet werden. Markus Paul GmbH beschreibt ein ähnliches Modell mit „eine einzige Gesamtrechnung nach Abschluss der Betreuung”, während die Abrechnung der Elternbeiträge bereits im Vorfeld direkt mit den Eltern erfolgt, sodass für das Unternehmen „kein zusätzlicher administrativer Aufwand” entsteht.

Dieser Benefit ist ein gezielt selten beworbenes Angebot, kein flächendeckender Standard. Der Praxisleitfaden von gsub.de für Unternehmen rahmt betriebliche Ferienbetreuung als konkretes Mittel, mit dem Unternehmen die vorhersehbare Häufung von Fehlzeiten während der rund zwölf Wochen Schulferien im Jahr abfedern, ein reales, planbares Geschäftsargument und keine reine Wohltätigkeit, das aber längst nicht jedes Unternehmen von sich aus umsetzt und oft erst entsteht, nachdem Beschäftigte konkret danach gefragt haben.

Eine Gruppe bunter Kinderrucksäcke und Bastelmaterialien, ordentlich auf einem Tisch in einem hellen Aktivitätsraum aufgereiht, keine Kinder im Bild

Was Betroffene wirklich sagen

Eltern, die entdecken, dass ihr Arbeitgeber diesen Benefit tatsächlich anbietet, berichten übereinstimmend, davon eher zufällig erfahren zu haben, über eine Kollegin oder eine knappe interne Mitteilung der Personalabteilung, statt über eine feste Erwähnung im Onboarding oder im offiziellen Benefit-Katalog. Mehrfach wiederholt sich der Rat, direkt bei der Personalabteilung nachzufragen, statt aus dem Fehlen einer Erwähnung zu schließen, dass es das Angebot nicht gibt.

Unternehmen, die ein solches Programm eingeführt haben, begründen es in der Praxis meist nüchtern: mit der vorhersehbaren Häufung von Fehlzeiten und Ablenkung während der Schulferien, was den Aufwand als konkrete Investition in weniger Betriebsunterbrechung rahmt statt als reine Wohltat, genau das Argument, das sich lohnt vorzubringen, falls das eigene Unternehmen diesen Benefit noch nicht kennt.

Schritt für Schritt

  1. Fragen Sie bei der Personalabteilung direkt und namentlich nach, ob das Unternehmen bereits betriebliche Ferienbetreuungsplätze anbietet, verlassen Sie sich nicht darauf, dass das Fehlen im allgemeinen Benefit-Katalog Aufschluss gibt.
  2. Existiert das Angebot noch nicht, erwägen Sie, es konkret vorzuschlagen, mit dem Argument reduzierter Fehlzeiten während der Schulferien, genau dem Geschäftsargument, das Anbieter selbst gegenüber Unternehmen verwenden.
  3. Bietet Ihr Unternehmen es bereits an, klären Sie, mit welchem konkreten Anbieter zusammengearbeitet wird (Kids@Company, Markus Paul GmbH, FUNTIME und Leo-Kinderevents sind etablierte Optionen im Münchner Raum) und wie der praktische Buchungsprozess für Beschäftigte aussieht.
  4. Vergleichen Sie Kosten und Aufwand mit privaten Camps, die Sie in Erwägung ziehen, der Preis liegt oft im selben Bereich wie hochwertige private Angebote, aber die absetzbare, über das Unternehmen laufende Abrechnung kann ein echter praktischer Vorteil sein.
  5. Melden Sie sich frühzeitig an, sobald feststeht, dass Ihr Unternehmen teilnimmt, Plätze bei diesen Anbietern können sich in den Hauptsommerwochen genauso füllen wie bei privaten Camps.

Rechtlicher Hinweis

Diese Seite beschreibt betriebliche Ferienbetreuung, die über private Anbieter in München verfügbar ist, kein städtisches oder staatliches Angebot. Genaue Preise, Verfügbarkeit und die Teilnahme einzelner Unternehmen können variieren. Klären Sie aktuelle Details direkt mit der Personalabteilung Ihres Arbeitgebers oder dem jeweiligen Anbieter.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ist der Wochenpreis von 375 Euro wirklich günstiger als private Feriencamps?

Nicht unbedingt. Markus Paul GmbH nennt für betriebliche Ferienbetreuung eine Gesamtkostenspanne von etwa 200 bis 450 Euro pro Kind und Woche, die 375 Euro von Kids@Company liegen also mitten in der üblichen Bandbreite, nicht am günstigen Rand. Der eigentliche Vorteil der betrieblichen Variante liegt nicht zwingend im Preis, sondern darin, dass das Unternehmen bucht und zahlt, der Betrag für das Unternehmen als Betriebsausgabe absetzbar ist und Sie sich nicht selbst um Einzelanmeldung und Zahlung bei einem privaten Camp kümmern müssen.

Muss unser Unternehmen eine bestimmte Größe haben, um das anzubieten?

Nein. FUNTIME beschreibt seine Angebote ausdrücklich als geeignet für Unternehmen jeder Größe, vom Startup bis zum Großkonzern, und Markus Paul GmbH setzt für ein Projekt lediglich eine Mindestteilnehmerzahl von 5 Kindern an, keine Mindestgröße der Belegschaft. Kids@Company richtet sich zudem an alle Beschäftigten Münchner Unternehmen unabhängig von der Firmengröße. Es lohnt sich trotzdem, beim konkreten Anbieter nachzufragen, ab welcher Teilnehmerzahl ein Projekt praktisch umsetzbar ist.

Zahlt der Arbeitgeber die vollen Kosten, oder beteiligen sich Eltern direkt?

Das hängt vom jeweiligen Anbieter und der internen Vereinbarung ab. Markus Paul GmbH beschreibt ein Modell, bei dem Eltern in der Regel 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten direkt tragen, während der übrige, vom Unternehmen getragene Anteil für dieses vollständig als Betriebsausgabe absetzbar ist. Leo-Kinderevents bietet ähnlich an, Elternbeiträge auf Wunsch direkt einzuziehen und mit der Abschlussrechnung an das Unternehmen zu verrechnen. Unabhängig davon, wie die Kosten aufgeteilt sind, bleibt die Rechnung an das Unternehmen selbst in der Regel eine einzige Gesamtrechnung, keine Vielzahl von Einzelrechnungen pro Familie.

Wie funktioniert die Abrechnung praktisch, zahlen wir dem Anbieter direkt oder läuft das über die Personalabteilung?

Das typische Modell, das mehrere Anbieter beschreiben, ist eine einzige Gesamtrechnung an das Unternehmen nach Abschluss der Ferienbetreuung. Leo-Kinderevents formuliert das ausdrücklich so: eine Rechnung für das Gesamtprojekt nach Ende der Betreuung, unabhängig davon, wie viele Kinder teilgenommen haben. Ob und wie sich das dann auf Ihrer eigenen Gehaltsabrechnung oder in einer internen Benefit-Übersicht niederschlägt, ist ein firmenspezifisches Detail, das sich am besten direkt mit der Personalabteilung klären lässt.