Tiergartens echte Regeln: Familienpicknicks, das totale Grillverbot und Berlins inoffizielle FKK-Wiese

Der Große Tiergarten ist mit 210 Hektar Berlins größter innerstädtischer Park, angelegt als englischer Landschaftspark von Peter Joseph Lenné zwischen 1833 und 1840, kostenlos, unumzäunt und rund um die Uhr geöffnet. Picknicken auf den offenen Wiesen ist die vorgesehene Standardnutzung des Parks, Grillen dagegen nicht. Das Bezirksamt Mitte verhängte ab 2012 ein vollständiges, parkweites Grillverbot, nachdem Wochenend-Grillpartys im Schnitt rund sechs Tonnen Müll pro Wochenende hinterließen (etwa 160 Tonnen im Jahr) und den Bezirk jährlich rund 360.000 Euro an Reinigungs- und Reparaturkosten kosteten; anders als in manchen anderen Berliner Parks gibt es im Tiergarten keine einzige Ausnahmefläche, auf der Grillen noch erlaubt ist. Hunde müssen im gesamten Park an einer höchstens zwei Meter langen Leine geführt werden, gemäß Berlins seit 2019 geltender stadtweiter Leinenpflicht, weil der Tiergarten keine der ausgewiesenen Freilaufflächen der Stadt ist. Alkohol selbst ist auf den offenen Wiesen nicht verboten: Berlins Parkregeln und ein Urteil des Verwaltungsgerichts Mitte aus dem Jahr 2022 weisen beide in dieselbe Richtung, die Einschränkung gilt speziell für Kinderspielplätze, nicht für den ganzen Park. Familien konzentrieren sich auf ein Ensemble von Einrichtungen in der westlichen Parkhälfte: den rund 3.000 Quadratmeter großen Spielplatz an der John-Foster-Dulles-Allee, das Café am Neuen See direkt am Wasser, und den Englischer Garten, Berlins eigenen englischen Garten (ein separater, mit dem Münchner gleichnamigen Park nicht verwandter Ort), 1952 ein Geschenk der britischen Militärregierung zur Erinnerung an die Zusammenarbeit während der Berlin-Blockade, mit eigenem Teehaus und Rosengarten. Abseits dieses Ensembles fungiert eine andere Wiese südlich und südwestlich des Großen Sterns entlang der Hofjägerallee als informeller, geduldeter (anders als Münchens Zonen nicht offiziell ausgewiesener) Nacktbadebereich, überwiegend von Männern genutzt, mit einer langjährigen Verbindung zur schwulen Community rund um den nahegelegenen Nollendorfplatz. Es gibt dort weder Beschilderung noch Kartenmarkierung, und die Bezirksbehörden haben in jüngerer Zeit begonnen, dort Bußgelder zu verhängen statt es nur zu dulden.

Picknick ja, Grill nie

Der Große Tiergarten ist mit 210 Hektar Berlins größter Park, angelegt als englischer Landschaftspark von Peter Joseph Lenné zwischen 1833 und 1840 auf einem Gelände, das seit dem 16. Jahrhundert königliches Jagdrevier war. Er ist kostenlos, unumzäunt und rund um die Uhr geöffnet, aber “für alle offen” kommt mit einem konkreten Regelwerk, das für eine in der Nähe lebende Familie mehr zählt als für eine Touristin oder einen Touristen, die oder der einmal vorbeikommt.

Tiergartens konkrete familienrelevante Regeln im Überblick
AktivitätWo erlaubtDie Regel
PicknickenJede offene WieseStandardnutzung des Parks; keine Genehmigung nötig
GrillenNirgends im ParkVollständiges Verbot seit 2012; keine Ausnahmefläche
AlkoholJede WieseNicht verboten; nur auf Kinderspielplätzen eingeschränkt
HundeIm gesamten ParkLeinenpflicht, bis 2m; hier keine Freilauffläche
Nacktbaden (informell)Wiese südlich/südwestlich des Großen Sterns, entlang der HofjägeralleeSeit Jahrzehnten geduldet, nicht offiziell ausgewiesen; Bußgelder inzwischen möglich
Camping, Zelte, offenes FeuerNirgendsVerboten nach Berlins allgemeinem Parkrecht

Picknicken ist schlicht das, wofür die Wiesen des Parks da sind. Nirgends auf dem offenen Rasen ist eine Genehmigung oder Buchung nötig, und es ist die Aktivität, die Berlins eigene Sehenswürdigkeitenseite neben Spazierengehen, Radfahren und Bootfahren auf dem Neuen See an erster Stelle nennt. Grillen ist eine ganz andere Geschichte.

Grillen ist seit 2012 im gesamten Park vollständig verboten, ohne irgendeine markierte Ausnahme. Tagesspiegels Berichterstattung zur Entscheidung fasste das Ausmaß des Problems in konkreten Zahlen: An einem durchschnittlichen Wochenende blieben rund sechs Tonnen grillbezogener Müll im Park zurück, was sich auf etwa 160 Tonnen im Jahr summierte, bei Reinigungs- und Reparaturkosten für den Bezirk von rund 360.000 Euro jährlich, dazu kamen versengte Rasenflächen und für Feuerholz geplünderte Bäume. Die Archivberichterstattung der Berliner Zeitung zur Abstimmung bestätigt, dass die Bezirksverordnetenversammlung von Mitte das Verbot mit nur einer Stimme Mehrheit beschloss, wirksam ab 2012, und Berlins eigene englischsprachige Grillflächen-Seite listet es bis heute als geltendes, allgemeines Verbot. Anders als Volkspark Friedrichshain, Tempelhofer Feld, Görlitzer Park und Mauerpark, die alle mindestens eine ausgewiesene, beschilderte Grillfläche behalten haben, hat der Tiergarten keine, Einweggrills eingeschlossen.

Hunde müssen überall im Park an der Leine bleiben, und Alkohol ist eine wirklich separate Frage von Grillen. Berlins offizielle Hunde-Seite bestätigt, dass seit Januar 2019 eine stadtweite Leinenpflicht gilt, die in Parks und Grünflächen eine Leine von höchstens zwei Metern Länge vorschreibt, wobei Freilauf auf bestimmte, ausgewiesene Auslaufflächen beschränkt ist, darunter Tempelhofer Feld, Volkspark Hasenheide, Volkspark Friedrichshain, Mauerpark und mehrere Grunewald-Waldflächen, aber keine davon liegt im Tiergarten selbst. berlin-live.des Berichterstattung über die Kontrollstreifen in Mitte nennt typische Bußgelder von rund 150 Euro für Leinenverstöße, und der Bezirk hat in den letzten Jahren verstärkt Kontrollen durchgeführt, in Zivil und Uniform. Alkohol dagegen ist auf den Wiesen überhaupt nicht verboten: Berlins Verwaltungsgericht kippte einen 2022er Versuch desselben Bezirksamts Mitte, in zwei anderen örtlichen Parks ein nächtliches Alkoholverbot einzuführen, mit der Begründung, dass Alkoholkonsum an sich eine legitime Parknutzung darstellt und dass Lärm- oder Vermüllungsprobleme bereits durch bestehende Regeln abgedeckt sind. Berlins allgemeines Parkrecht beschränkt Alkohol speziell auf Kinderspielplätzen, nicht auf offenen Rasenflächen.

Eine weite, offene grüne Wiese, umgeben von hohen Bäumen, durchzogen von einem gepflasterten Fußweg, weiches Tageslicht, keine Personen oder Beschilderung sichtbar

Foto: Alexas Fotos, über Pexels

Familieneinrichtungen konzentrieren sich in der westlichen Parkhälfte, nahe Bellevue. visitBerlin.des Spielplatzseite beschreibt den Hauptspielplatz an der John-Foster-Dulles-Allee als eine rund 3.000 Quadratmeter große, von alten Bäumen beschattete Fläche mit Kletterburg, Seilpyramide, einer langen Rutsche, Tischtennis, einer großen Wippe und einem separaten Kleinkindbereich mit Schaukeln, dazu überall Bänke für Eltern. In der Nähe liegt das Café am Neuen See direkt am Wasser, im Sommer mit Bootsverleih. Ein kurzer Fußweg entfernt liegt der Englischer Garten, Berlins eigener englischer Garten, ohne Zusammenhang mit Münchens deutlich größerem und bekannterem gleichnamigen Park. Berlins Landesdenkmalamt erklärt die Geschichte: Die britische Militärregierung schenkte den Garten 1952 Berlin, zur Erinnerung an die Zusammenarbeit während der Berlin-Blockade 1948-49, mit einer Spende von mehr als 5.000 Pflanzen, und Königin Elisabeth II. pflanzte während ihres Besuchs 1965 selbst eine Eiche in der Nähe des Teehauses. Die Berlinerinnen und Berliner gaben ihm bei der Eröffnung den Spitznamen “Garten Eden”. Der eigene Rosengarten dort und der separate Rosengarten an anderer Stelle im Park (geöffnet April bis Oktober, 7 bis 21 Uhr) ergänzen die ruhigeren, geschlosseneren Räume, die Familien nutzen, wenn sie etwas Ruhigeres als die offenen Wiesen suchen.

Eine separate, unmarkierte Wiese östlich dieses Familienensembles fungiert als informeller Nacktbadebereich, mit einem rechtlichen Status, der sich wirklich von Münchens unterscheidet. stadtgui.des Beitrag zum Tiergarten verortet sie auf den Wiesen südlich und südwestlich des Großen Sterns, dem Kreisverkehr unter der Siegessäule, entlang der Hofjägerallee. Anders als Münchens Schönfeldwiese und Schwabinger Bucht, die 2014 in eine stadtweite Verordnung aufgenommen und damit offiziell ausgewiesen wurden, wurde Berlins Tiergarten-Wiese nie förmlich sanktioniert. Deutschlands eigentlicher rechtlicher Maßstab, erklärt von bussgeldkatalog.org, lautet, dass öffentliche Nacktheit an sich nach Paragraph 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes (dem Gesetz zur öffentlichen Belästigung) nicht illegal ist; sie wird nur dort zum Problem, wo sie eine nachweisbare Störung verursacht, was mit ein Grund ist, warum eine versteckte, wenig frequentierte Wiese wie diese seit Jahrzehnten fortbesteht, ohne je in die eine oder andere Richtung formell geregelt worden zu sein. the-berliner.coms Leitfaden zu Berlins FKK-Orten beschreibt das Publikum dort als überwiegend männlich, mit einer langjährigen Verbindung zur schwulen Community rund um den nahegelegenen Nollendorfplatz in Schöneberg, was diese Wiese zu einem wirklich anderen Ort macht als einen allgemeinen Familien-FKK-Strand. Es gibt weder eine Beschilderung noch eine auf irgendeiner Parkkarte eingezeichnete Grenze. In jüngerer Zeit haben Bezirksbehörden laut stadtgui.de begonnen, dort Bußgelder zu verhängen, berichtet werden rund 25 Euro, ein Wandel gegenüber der reinen, jahrzehntelangen Duldung davor.

Was echte Leute berichten

Auf dem Familienblog HIMBEER’s Berlin-mit-Kind-Seite dreht sich der Bericht einer Person über ein Tiergarten-Picknick genau um die gewöhnlichen Dinge, die einen Park für eine Familie funktionieren lassen: Obst, Gemüse und “köstliche Karamellwaffeln” auf einer Decke, wobei die offenen Wiesen des Parks als groß genug beschrieben werden, dass eine Familie eine ruhige Ecke abseits jeder Menschenmenge findet, ohne einen bestimmten Ort im Kopf zu haben. Derselbe Bericht und visitBerlin.des eigene Spielplatzliste verweisen Familien beide auf dasselbe westliche Ensemble, den Spielplatz an der John-Foster-Dulles-Allee und das Café am Neuen See, als praktischen Schwerpunkt für einen Besuch mit kleinen Kindern.

Speziell zur FKK-Wiese beschreiben unabhängige Berlin-Ratgeber eine wirklich andere soziale Atmosphäre als an einem Familien-FKK-Strand. the-berliner.com und andere lokale Beiträge charakterisieren das Publikum als überwiegend männlich geprägt, mit Wurzeln in derselben schwulen Community, die sich um den nahegelegenen Nollendorfplatz zentriert, statt der allgemeinen, familienfreundlicheren Atmosphäre, die man an Münchens offiziell ausgewiesenen Wiesen oder an Berlins eigenen seebasierten FKK-Stränden wie Wannsee oder Teufelssee findet. Das ist etwas, das für eine neu ankommende Familie wirklich nützlich zu wissen ist, nicht weil es etwas zu vermeiden oder zu bewerten gäbe, Deutschlands Freikörperkultur ist alt und normalisiert, sondern weil es bedeutet, dass diese bestimmte Wiese nicht wirklich um Familiennutzung herum aufgebaut ist, anders als manche andere Nacktbadeorte Berlins.

Schritt für Schritt

  1. Steuern Sie als Familie die westliche Parkhälfte an, der Spielplatz an der John-Foster-Dulles-Allee, das Café am Neuen See und der Englischer Garten mit Teehaus liegen alle nahe beieinander bei Bellevue.
  2. Picknicken Sie auf jeder beliebigen offenen Wiese, keine Genehmigung nötig, das ist die Standardnutzung des Parks.
  3. Lassen Sie den Grill ganz zu Hause, ob Einweg oder nicht, Grillen ist im gesamten Tiergarten seit 2012 vollständig verboten, ohne Ausnahmefläche.
  4. Halten Sie Hunde für den ganzen Besuch an der Leine (bis 2 Meter), der Tiergarten zählt nicht zu Berlins ausgewiesenen Freilaufflächen.
  5. Machen Sie sich wegen eines ruhigen Getränks zum Picknick keine Sorgen, Alkohol ist auf den offenen Wiesen nicht verboten, nur eben nicht auf einen eingezäunten Kinderspielplatz mitnehmen.
  6. Wenn Sie mit Kindern einen Bogen um die informelle FKK-Wiese machen möchten, bleiben Sie im westlichen Familienensemble, die Wiese selbst liegt südlich und südwestlich des Großen Sterns entlang der Hofjägerallee, ein separater Teil des Parks abseits davon, wo Familien üblicherweise ihre Zeit verbringen.

Hinweis zur Verlässlichkeit

Diese Seite beschreibt Picknick-, Grill-, Hunde- und Alkoholregeln sowie die informelle Nacktbade-Wiese des Tiergartens, wie sie von Berlins Bezirksverwaltung, dem Landesdenkmalamt und unabhängiger, auf Berlin spezialisierter Berichterstattung dokumentiert werden, Stand Ende Juli 2026. Insbesondere die Durchsetzungspraxis bei der Leinenpflicht und an der informellen FKK-Wiese hat sich über die Zeit verändert und kann sich erneut ändern. Bestätigen Sie aktuelle Details direkt beim Bezirksamt Mitte oder auf berlin.de, bevor Sie einen Besuch danach planen.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ist die Nacktbade-Wiese im Tiergarten eine offizielle FKK-Zone, so wie die im Münchner Englischen Garten?

Nein, und das ist der größte Unterschied zu Münchens Lösung. München hat seine beiden Nacktbade-Wiesen im Englischen Garten 2014 in eine stadtweite Verordnung aufgenommen und damit offiziell ausgewiesen. Berlins Tiergarten-Wiese, südlich und südwestlich des Großen Sterns entlang der Hofjägerallee, wurde nie förmlich als irgendetwas festgelegt. Laut stadtgui.des eigener Darstellung ist Nacktbaden dort technisch nicht erlaubt, wird aber seit Jahrzehnten geduldet, und Deutschlands eigentlicher rechtlicher Maßstab, nach Paragraph 118 des Ordnungswidrigkeitengesetzes, lautet, dass öffentliche Nacktheit an sich nicht illegal ist, sondern nur ein Verhalten, das eine öffentliche Belästigung darstellt. Genau diese Grauzone ist der Grund, warum die Tiergarten-Wiese informell fortbesteht, ohne je eine Verordnung wie in München zu benötigen.

Was passiert, wenn unsere Familie mit Kindern versehentlich in die Nähe der Nacktbade-Wiese läuft?

Nichts, es gibt keine Regel gegen bekleidete Besucherinnen und Besucher, die dort durchgehen, und die Wiese ist weder eingezäunt noch versteckt. Der wichtigere praktische Punkt für eine Familie ist, dass diese bestimmte Wiese in einem wirklich anderen Teil des Parks liegt als dort, wo Familien tatsächlich ihre Zeit verbringen. Der Spielplatz, das Café am Neuen See und der Englischer Garten mit Teehaus liegen alle in der westlichen Parkhälfte, während die informelle FKK-Wiese südlich und südwestlich des Großen Sterns liegt, weiter östlich. Eine Familie, die sich für ein Picknick oder einen Spielplatzbesuch am westlichen Ensemble orientiert, gerät kaum je in die Nähe. Wer die Wiese aktiv umgehen möchte, sollte genau diesen Bereich meiden.

Können wir im Tiergarten grillen, wenn wir statt eines vollen Grills nur einen kleinen Einweggrill mitbringen?

Nein. Seit 2012 gilt das Verbot für jede Art von Grillen, überall im Park, Einweggrills eingeschlossen; es gibt weder eine Größenausnahme noch eine markierte Fläche, auf der es noch erlaubt wäre, anders als bei Volkspark Friedrichshain, Tempelhofer Feld, Görlitzer Park oder Mauerpark, die alle mindestens eine ausgewiesene Grillfläche behalten haben. Dem Verbot gingen Jahre voraus, in denen der Bezirk an einem durchschnittlichen Wochenende rund sechs Tonnen Müll von Grillplätzen abtransportieren musste (etwa 160 Tonnen im Jahr), bei Reinigungs- und Reparaturkosten von rund 360.000 Euro jährlich, und es wurde mit nur einer einzigen Stimme Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Wer als Familie grillen möchte, sollte eine der markierten Grillflächen in einem der anderen Parks einplanen, nicht den Tiergarten.

Müssen wir uns beim Picknicken auf dem Rasen Gedanken über Alkoholregeln machen?

Eigentlich nicht. Berlins allgemeine Parkregeln und der breitere rechtliche Ansatz in Deutschland verbieten Alkohol auf gewöhnlichen Parkwiesen nicht; die spezifische Einschränkung nach dem Grünanlagengesetz gilt für Kinderspielplätze, nicht für offene Rasenflächen. 2022 versuchte das Bezirksamt Mitte, derselbe Bezirk, der auch den Tiergarten verwaltet, ein nächtliches Alkoholverbot in zwei anderen örtlichen Parks (Monbijoupark und James-Simon-Park) einzuführen, und Berlins Verwaltungsgericht kippte es mit der Begründung, dass Alkoholkonsum allein eine legitime Parknutzung darstellt und dass Lärm- oder Vermüllungsprobleme bereits durch bestehende Regeln abgedeckt sind. Ein ruhiges Getränk zum Picknick auf den Tiergarten-Wiesen ist also nichts, worüber man sich Sorgen machen muss, nur eben nicht auf einen eingezäunten Kinderspielplatz mitnehmen.

Können wir unseren Hund beim Picknicken frei laufen lassen?

Nein, jedenfalls nicht im Tiergarten selbst. Berlins seit Januar 2019 geltende, stadtweite Leinenpflicht verlangt in öffentlichen Parks und Grünflächen eine Leine von höchstens zwei Metern Länge, und die Liste der ausgewiesenen Freilaufflächen der Stadt, zu der Tempelhofer Feld, Volkspark Hasenheide, Volkspark Friedrichshain, Mauerpark und mehrere Grunewald-Waldflächen gehören, schließt den Tiergarten nicht ein. Das Bezirksamt Mitte hat in den letzten Jahren zudem verstärkt Kontrollstreifen zur Leinenpflicht durchgeführt, mit typischen Bußgeldern von rund 150 Euro bei Verstößen. Wer wirklich freien Auslauf sucht, ist an einer der anderen aufgeführten Flächen besser aufgehoben als im Tiergarten.