Warum Sie in Frankfurt vermutlich keine eigene Mainova-Wasserrechnung haben

Mainova ist Frankfurts Grundversorger für Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser, das heißt aber nicht, dass die meisten Mieter eine persönliche Wasserrechnung von Mainova bekommen. Mainovas Wassertarif Aqua Classic kann nur bestellen, wer über einen eigenen Hauptwasserzähler verfügt, in einer Mietwohnung ist das so gut wie immer der Vermieter oder die Hausverwaltung, nicht die Mieterin oder der Mieter selbst. Als Mieter taucht der eigene Wasserverbrauch in der Regel nicht als eigenständige Rechnung auf, sondern als Posten in der jährlichen Nebenkostenabrechnung. Dazu kommt eine Trennung, mit der die wenigsten Neuankömmlinge rechnen: Mainova rechnet ausschließlich die Trinkwasserversorgung ab. Das Abwasser wird komplett getrennt von der Stadtentwässerung Frankfurt am Main abgerechnet, dem eigenen Abwasserbetrieb der Stadt, mit Mainova hat das nichts zu tun. Nach der Preisanpassung 2025 liegt Mainovas Trinkwasserpreis bei 2,44 Euro pro Kubikmeter (brutto) plus 52,22 Euro Grundpreis im Jahr, die Frankfurter Abwassergebühr liegt bei rund 1,90 Euro pro Kubikmeter, und beide Zahlen erreichen einen in der Regel nur als Posten in der Abrechnung des Vermieters, nicht als eigene Rechnung.

Die offizielle Regel

Mainova AG ist Frankfurts Grundversorger für Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser und versorgt über 750.000 Einwohner in Frankfurt und der weiteren Rhein-Main-Region über ein Netz von mehr als 2.000 Kilometern. Diese Struktur mit einem einzigen Unternehmen ist wirklich ungewöhnlich: In vielen deutschen Städten rechnet ein separater Wasserversorger das Wasser ab, während ein völlig anderes Unternehmen den Strom übernimmt. In Frankfurt berührt zumindest auf der Versorgungsseite ein einziges Unternehmen fast alles.

Aber “ein Unternehmen versorgt” bedeutet nicht “man bekommt persönlich eine Rechnung davon”. Mainovas Wasserprodukt Aqua Classic kommt mit einer Einschränkung, die still und leise bestimmt, wie die meisten Mieter das Ganze tatsächlich erleben: Es “kann nur bestellt werden, wenn Sie über einen Hauptwasserzähler verfügen”. In einem vermieteten Mehrfamilienhaus ist dieser Hauptzähler so gut wie immer auf den Vermieter oder die Hausverwaltung registriert, nicht auf die Bewohnerin oder den Bewohner einer einzelnen Einheit. Wer in Frankfurt zur Miete wohnt, wird für Wasser womöglich nie eine Mainova-Rechnung mit dem eigenen Namen sehen, und das ist normal, keine Lücke in den eigenen Unterlagen.

Nahaufnahme blauer Wasserzähler mit runden Anzeigen, die an Rohre angeschlossen sind, wie sie zur Messung des Wasserverbrauchs eines Gebäudes verwendet werden

Foto von Nothing Ahead auf Pexels

Die Trennung, vor der niemand warnt: Trinkwasser gegen Abwasser

Hier kommt der Teil, über den selbst Leute stolpern, die das Mieter-Vermieter-Zähler-Thema schon durchschaut haben. Mainova kümmert sich ausschließlich um die Trinkwasserversorgung. Abwasser wird nicht abgerechnet. In Frankfurt ist dafür die Stadtentwässerung Frankfurt am Main zuständig, ein eigener städtischer Betrieb, ein Eigenbetrieb der Stadt, der aber komplett getrennt von Mainovas eigenem Geschäft geführt wird.

Wer rechnet was ab: Frankfurts wasserbezogene Gebühren
PositionAbgerechnet vonPreis 2025 (brutto)
TrinkwasserversorgungMainova AG2,44 Euro/m3 plus 52,22 Euro Grundpreis im Jahr
Abwasser / KanalisationStadtentwässerung Frankfurt am Mainrund 1,90 Euro/m3 (aktuellen Satz auf der eigenen Gebührenseite der Behörde prüfen)

Beide Positionen landen in der Regel als getrennte Zeilen im selben Dokument, der jährlichen Nebenkostenabrechnung des Vermieters, werden aber von zwei völlig unterschiedlichen Organisationen berechnet und festgelegt. Wirkt eine Zahl auf der Abrechnung seltsam, ist zu wissen, welche Stelle sie tatsächlich festgelegt hat, der erste sinnvolle Schritt. Sich bei Mainova über eine Abwasserzahl zu beschweren, oder umgekehrt, führt schlicht zur falschen Stelle.

Wie die Wasserkosten unter Mietern tatsächlich aufgeteilt werden

Da die meisten Mieter sich einen Gebäudezähler teilen statt einen eigenen zu haben, regelt das deutsche Mietrecht, wie Vermieter diese gemeinsamen Kosten aufteilen dürfen, und die Regeln sind nicht für jede Wasserart gleich:

  1. Warmwasser: muss gesetzlich nach tatsächlich gemessenem Verbrauch abgerechnet werden, nicht nach einer pauschalen Schätzung, sofern das Gebäude über die entsprechende Messtechnik verfügt.
  2. Kaltwasser: darf gesetzlich entweder nach gemessenem Verbrauch oder nach der Wohnfläche umgelegt werden, je nachdem, was der Mietvertrag festlegt.
  3. Abwasser: muss über einen Verteilerschlüssel umgelegt werden, meist gekoppelt an den gemessenen oder geschätzten Wasserverbrauch der Einheit.

Laut Mieterhinweisen von hellohousing muss der Mietvertrag selbst festlegen, welche Methode gilt, bevor ein Vermieter überhaupt über die Nebenkostenabrechnung abrechnen darf. Wirkt die jährliche Abrechnung überhöht oder von Jahr zu Jahr uneinheitlich, ist ein Blick in den eigenen Vertrag zur Wasserverteilung der sinnvollere erste Schritt, bevor man einen Abrechnungsfehler vermutet.

Wer einen eigenen Zähler hat

Nicht jede Frankfurter Mietwohnung läuft über einen gemeinsamen Gebäudezähler. Vermietete Einfamilienhäuser, manche ältere Gebäude oder Einheiten mit eigenem registriertem Anschluss bedeuten manchmal, dass man direkt mit Mainova zu tun hat. Ist das der Fall, ist die Meldung eines Zählerstands unkompliziert: Mainovas eigenes Tool ohne Login fragt nach Kundennummer (von der letzten Rechnung), Zählernummer, dem Stand selbst und dem Datum, und bestätigt die Meldung per E-Mail, ganz ohne Kontoeinrichtung.

Auch bei einem Umzug ist einiges zu beachten. Wer die Adresse wechselt, sollte den Umzug mindestens 14 Tage vor dem Umzugstermin online bei Mainova melden, und den Zähler am Tag der Schlüsselübergabe gemeinsam mit dem aus- oder einziehenden Bewohner ablesen, damit sich beide Seiten auf den genauen Stand einigen, statt sich später darüber zu streiten.

Was benötigt wird

Schritt für Schritt

  1. Prüfen, ob überhaupt ein eigener Mainova-Wasservertrag besteht. Bei den meisten Mietern ist das nicht der Fall, das ist zu erwarten, keine Lücke in den Unterlagen.
  2. Wasser als Posten in der Nebenkostenabrechnung suchen, statt eine eigenständige Mainova-Rechnung zu erwarten.
  3. Beim Lesen der Abrechnung Trinkwasser und Abwasser gedanklich trennen: eines stammt aus Mainovas Tarifen, das andere aus denen der Stadtentwässerung Frankfurt, und beide entwickeln sich unabhängig voneinander.
  4. Bei einer seltsam wirkenden Zahl den Mietvertrag prüfen, wie Kaltwasser und Abwasser der eigenen Einheit zugeteilt werden (gemessener Verbrauch oder Wohnfläche).
  5. Wer einen eigenen Zähler hat, meldet Zählerstände über Mainovas Tool ohne Login und einen Umzug mindestens 14 Tage im Voraus.

Hinweis zur Verlässlichkeit

Diese Seite beschreibt die allgemeine Praxis der Wasserabrechnung in Frankfurt, ist aber keine Rechts- oder Steuerberatung, konkrete Vertragsbedingungen oder Abrechnungsdetails können abweichen. Für die eigene Situation aktuelle Preise und Abläufe direkt bei Mainova, der Stadtentwässerung Frankfurt am Main oder dem Vermieter bestätigen.

Häufige Fragen & Stolperfallen

Ich wohne seit einem Jahr in meiner Frankfurter Wohnung und habe nie eine Mainova-Wasserrechnung bekommen. Stimmt etwas nicht?

Mit ziemlicher Sicherheit nicht. Mainovas Wassertarif Aqua Classic kann nur bestellen, wer über den Hauptwasserzähler des Gebäudes verfügt, in einer typischen Mietwohnung ist dieser Zähler auf den Vermieter oder die Hausverwaltung registriert, nicht auf einzelne Mieter. Der tatsächliche Wasserverbrauch wird oft über Unterzähler je Einheit gemessen und einmal im Jahr über die Nebenkostenabrechnung weitergegeben, die der Vermieter verpflichtend versenden muss. Keine eigenständige Mainova-Rechnung auf den eigenen Namen zu bekommen, ist der Normalfall, kein Zeichen für eine fehlende Rechnung.

Kümmert sich Mainova auch um mein Abwasser, oder ist das jemand anderes?

Jemand anderes. Das überrascht viele Neuankömmlinge, weil man annehmen würde, es sei dieselbe Firma: Mainova rechnet ausschließlich die Trinkwasserversorgung ab. Abwasser und Kanalisation werden in Frankfurt von der Stadtentwässerung Frankfurt am Main abgerechnet, einem eigenen städtischen Betrieb (ein Eigenbetrieb der Stadt, aber organisatorisch getrennt von Mainova geführt). Wer Zahlen auf einer Nebenkostenabrechnung vergleicht, sollte wissen: die Trinkwasser-Position und die Abwasser-Position stammen von zwei unterschiedlichen abrechnenden Stellen, auch wenn beide am Ende in derselben Nebenkostenabrechnung landen.

Wie wird mein Anteil an den Wasserkosten eigentlich berechnet, wenn ich keinen eigenen Zähler habe?

Das hängt davon ab, was der Mietvertrag festlegt, und das deutsche Mietrecht behandelt Warm- und Kaltwasser unterschiedlich. Warmwasser muss gesetzlich nach dem tatsächlich gemessenen Verbrauch abgerechnet werden. Kaltwasser darf je nachdem, was der Mietvertrag vorsieht, entweder nach gemessenem Verbrauch oder nach der Wohnfläche umgelegt werden. Abwasser muss über einen Verteilerschlüssel umgelegt werden, meist gekoppelt an den gemessenen oder geschätzten Wasserverbrauch. Wirken die Zahlen in der eigenen Nebenkostenabrechnung seltsam, lohnt es sich zuerst zu prüfen, was der eigene Mietvertrag zur Wasserverteilung tatsächlich vorschreibt, bevor irgendetwas beanstandet wird.

Wie waren Mainovas Trinkwasserpreise 2025, und haben sie sich gegenüber 2024 verändert?

Nach der Anpassung 2025 stieg Mainovas Mengenpreis für private und gewerbliche Kunden auf 2,44 Euro pro Kubikmeter (brutto), der jährliche Grundpreis liegt bei 52,22 Euro (brutto). Das ist ein weiterer Anstieg gegenüber 2024, als der Mengenpreis von 2,19 auf 2,35 Euro pro Kubikmeter stieg und der Grundpreis von 46,52 auf 49,73 Euro jährlich anstieg. Die getrennte, von der Stadtentwässerung abgerechnete Frankfurter Abwassergebühr liegt bei rund 1,90 Euro pro Kubikmeter, wobei sich ein Blick auf die eigene Gebührenseite dieser Behörde lohnt, weil sie unabhängig von Mainovas Zeitplan festgelegt wird.

Ich habe einen eigenen Wasserzähler, zum Beispiel bei einem gemieteten Einfamilienhaus. Wie melde ich einen Zählerstand oder einen Umzug an Mainova?

Mainova bietet auf der eigenen Webseite ein Tool zur Zählerstandserfassung ohne Login: eingegeben werden die Kundennummer (von der letzten Rechnung), die Zählernummer, der Zählerstand selbst und das Ablesedatum, Mainova bestätigt den Eingang per E-Mail. Bei einem Umzug sollte dieser mindestens 14 Tage vor dem Umzugstermin online bei Mainova gemeldet werden, und der Zählerstand sollte am Tag der Schlüsselübergabe gemeinsam mit dem aus- oder einziehenden Bewohner abgelesen werden, damit sich beide Seiten auf einen dokumentierten Stand einigen.

Wem gehört Mainova eigentlich, und spielt das für meine Wasserrechnung eine Rolle?

Mainova gehört mehrheitlich der Stadt Frankfurt, über die Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH, dazu hält der Stadtwerke-Verbund Thüga einen erheblichen Minderheitsanteil. Praktisch ändert das nichts an den eigenen Rechten oder dem Abrechnungsablauf, erklärt aber, warum Mainova als einziger Grundversorger Frankfurts gleichzeitig für Strom, Gas, Wärme und Trinkwasser zuständig ist, eine wirklich gebündelte Struktur im Vergleich zu Städten, in denen getrennte private Unternehmen die einzelnen Sparten übernehmen.