St. Martin Laternenumzüge in München: Wo mitmachen, wenn man nicht in einer Kita ist
Münchens St. Martin Laternenumzüge (Martinszug oder Laternenumzug) finden jedes Jahr rund um den 11. November, den Martinstag, statt, und die große Mehrheit ist für jede Familie im Viertel offen, nicht nur für Kinder, die bei der organisierenden Kita angemeldet sind. Der städtische Hauptumzug beginnt gegen 16:30 Uhr auf dem Frauenplatz direkt vor dem Hauptportal des Doms mit einem Martinsspiel, in dem die Mantelteilungslegende live nachgespielt wird, anschließend zieht der Zug über die Löwengrube und die Ettstraße zur Jesuitenkirche St. Michael, wo gemeinsam Martinslieder gesungen werden und ein kurzer Wortgottesdienst den Abend beschließt. Bei sehr schlechtem Wetter fällt der Umzug selbst aus, Dom und St. Michael verteilen dann trotzdem Martinsgebäck an die Kinder. Abseits der Innenstadt veranstalten dutzende einzelne Pfarreien in jedem Stadtviertel ihre eigene Version: Herz-Jesu-Kirche in Neuhausen zieht mit Pferd zur benachbarten St.-Clemens-Kirche, St. Ursula in Schwabing trifft sich auf dem Kirchplatz an der Kaiserplatz, wenige hundert Meter weiter startet zur gleichen Zeit auch St. Sylvester hinter der eigenen Pfarrkirche, St. Florian in Riem feiert eine ökumenische Version mit Feuer auf dem Platz der Menschenrechte, St. Joseph in der Maxvorstadt zieht mit Blechbläsern und Alphörnern über den Josephsplatz, und St. Georg in Milbertshofen versammelt sich auf dem Milbertshofener Platz. Das sind Pfarrei- und Nachbarschaftsveranstaltungen, keine internen Kita-Termine, wer zur genannten Zeit mit eigener Laterne, gekauft oder selbst gebastelt, erscheint, braucht keine Anmeldung. Kinderwagen und Regenkleidung gehören unabhängig vom Alter des Kindes ins Gepäck, denn das sind Fußwege im Freien in der Novemberdämmerung, die meist 45 Minuten bis eine Stunde dauern, und wenn die Laterne kein eingebautes Licht hat, braucht sie zusätzlich einen batteriebetriebenen Leuchtstab.
Was wirklich gilt
Münchens St. Martin Laternenumzüge finden jedes Jahr rund um den 11. November statt, und die meisten davon sind offene Pfarreifeste, zu denen man einfach hingehen kann, ganz ohne Kita-Anmeldung. Die Tradition selbst ist einfach erklärt: Kinder tragen selbst gebastelte oder gekaufte Papierlaternen in der frühen Abenddämmerung durch die Straßen und singen dabei traditionelle Martinslieder, meist angeführt von einem berittenen Darsteller des heiligen Martin, der die Legende von der Mantelteilung mit einem frierenden Bettler nachspielt. Das Erzbistum München und Freising beschreibt dutzende solcher Umzüge, die jedes Jahr in der Stadt und im Umland stattfinden, organisiert von einzelnen Pfarreien statt von einer zentralen Stelle.
Der städtische Hauptumzug findet in der Innenstadt statt. Laut der eigenen Ankündigung des Erzbistums und der Terminübersicht von ganz-muenchen.de beginnt er gegen 16:30 Uhr auf dem Frauenplatz, direkt vor dem Hauptportal des Doms, mit einem Martinsspiel, das die Mantelteilungslegende nachspielt. Anschließend zieht der Zug über die Löwengrube und die Ettstraße zur Jesuitenkirche St. Michael in der Neuhauser Straße, wo Domsingschule und Dombläser gemeinsam mit den Teilnehmenden Martinslieder singen, bevor ein kurzer Wortgottesdienst gegen 17:15 Uhr den Abend beschließt. Die eigene Ankündigung von St. Michael ergänzt einen Punkt, der sonst nirgends steht: Bei sehr schlechtem Wetter fällt der Umzug selbst aus, Dom und St. Michael verteilen dann aber trotzdem Martinsgebäck an die Kinder, ein komplett verlorener Abend ist also selten.
Abseits der Innenstadt veranstalten Pfarreien in praktisch jedem Stadtviertel ihre eigene Version, und die Hinweise der Landeshauptstadt München für Veranstalter bestätigen, dass kleine Pfarreiumzüge über Nebenstraßen ganz ohne städtische Genehmigung stattfinden dürfen. Nur wer eine Polizeieskorte möchte, muss die zuständige Polizeidienststelle mindestens 14 Tage vorher mit Treffpunkt, Route, Zeitrahmen und erwarteter Teilnehmerzahl informieren, und wer zusätzlich Straßenschilder wie Halteverbote braucht, meldet das mindestens vier Wochen vorher über ein eigenes Formular beim Veranstaltungsbüro des Kreisverwaltungsreferats an. Das bestätigt, was die Terminlisten ohnehin nahelegen: Das sind niedrigschwellige Nachbarschaftsveranstaltungen, keine Anlässe mit Ticket oder Anmeldepflicht für Besucher.
| Pfarrei / Ort | Termin 2025 | Treffpunkt |
|---|---|---|
| Münchner Innenstadt (Hauptumzug) | Dienstag, 11. November, ca. 16:30 Uhr | Frauenplatz, Hauptportal des Doms |
| Herz-Jesu-Kirche, Neuhausen | Sonntag, 9. November, 17:00 Uhr | Lachnerstraße 8, Zug endet an St. Clemens, mit Pferd |
| St. Ursula, Schwabing | Dienstag, 11. November, 17:00 Uhr | Kirchplatz an der Kaiserplatz |
| St. Sylvester, Schwabing | Dienstag, 11. November, 17:00 Uhr | Beginnt hinter der Pfarrkirche |
| St. Florian, Riem | Dienstag, 11. November, 17:00 Uhr | Platz der Menschenrechte, ökumenisch mit Feuer |
| St. Joseph, Maxvorstadt | Mittwoch, 12. November, 17:00 Uhr | Josephsplatz, mit Blechbläsern und Alphörnern |
| St. Georg, Milbertshofen | Dienstag, 11. November, 17:00 Uhr | Milbertshofener Platz 1 |
| Gustav-Adolf-Gemeinde, Ramersdorf (evangelisch) | Wochenende 8./9. November | Hohenaschauer Straße 3, mit Flohmarkt und Gänseversteigerung |
Keine der hier geprüften Pfarreien beschränkt ihren Umzug auf die eigenen Kita-Familien. Das Muster, das sich sowohl in den Listen des Erzbistums als auch bei ganz-muenchen.de konsequent zeigt: Die Kita einer Pfarrei hilft oft mit, den Umzug zu organisieren und im Vorfeld Laternen für die eigenen Kinder zu basteln, der Umzug selbst, samt Martinsspiel und Abschlussgottesdienst oder Feuer, wird aber als Pfarrei- und Nachbarschaftsfest angekündigt. Interessant ist auch, dass nicht nur katholische Pfarreien mitmachen, die evangelische Gustav-Adolf-Gemeinde in Ramersdorf veranstaltet ihr eigenes Martinifest mit Flohmarkt, Kaffee und Kuchen sowie einer Gänseversteigerung, bevor St. Martin zu Pferd erscheint. Für bekannte Pfarreien wie St. Anna im Lehel oder Christkönig in Nymphenburg, die in manchen Jahren ebenfalls einen eigenen Umzug ankündigen, ließ sich zum Zeitpunkt dieser Recherche kein aktueller, verlässlicher Termin bestätigen, ein Blick auf die jeweilige Pfarreiseite oder das Aushängebrett in den Wochen vor dem 11. November bleibt hier der sicherste Weg.
Was echte Leute sagen
Im Forum von babynews München tauschen Eltern aktiv Empfehlungen aus, statt davon auszugehen, dass ohnehin jeder schon einen Kita-Termin hat. Eine Mutter empfiehlt den Umzug von St. Albert in Freimann, Situlistraße 73, eine andere schwärmt vom Fest in Ramersdorf mit Flohmarkt sowie Kaffee und Kuchen, bevor St. Martin zu Pferd eintrifft, eine dritte hat von einem größeren Umzug in Ottobrunn gehört, ohne selbst dabei gewesen zu sein. Mehrere Beiträge listen eigene Zusammenstellungen von Pfarreiterminen, darunter St. Peter, St. Anna im Lehel, Herz Jesu und St. Ludwig, und behandeln die Auswahl durchweg als reine Entfernungsfrage, nicht als etwas, das an eine bestimmte Schule oder Kita gebunden ist. Auffällig ist, was in dem gesamten Thread fehlt: Kein einziger Beitrag erwähnt eine Anmeldung oder eine Kita-Mitgliedschaft als Voraussetzung.
Der Münchner Familienblog Ich spring im Dreieck liefert die ausführlichste unabhängige Übersicht für den gesamten Großraum München und stellt gleich zu Beginn klar, dass die Umzüge fast ausschließlich von regionalen Kindergärten und Schulen veranstaltet werden. Genau diese Formulierung zeigt aber auch, worum es hier eigentlich geht: um die Organisation, nicht um eine Zugangsbeschränkung, denn im selben Atemzug listet der Blog dutzende Termine querbeet auf, von einem Martinsfest im Café Gans am Wasser mit Musik, Basteln und Lagerfeuer bis zu einem eigens angelegten, kostenlosen Laternenweg am Reitsberger Hof in Vaterstetten, der über vier Tage ganz ohne Anmeldung begehbar ist. Die Seite empfiehlt außerdem, kurz vor dem Termin noch einmal die jeweilige Veranstalterseite zu prüfen, weil sich Uhrzeiten und Treffpunkte von Jahr zu Jahr leicht verschieben.
Schritt für Schritt
- Eine Pfarrei in der Nähe der eigenen Wohnung wählen, statt sich am Kita-Kalender zu orientieren. Da es sich um Nachbarschaftsveranstaltungen handelt, zählt die Entfernung mehr als die institutionelle Zugehörigkeit, ein kürzerer Umzug in Fußnähe ist mit einem kleinen Kind leichter zu bewältigen als eine Fahrt quer durch die Stadt zu einem bekannten Termin.
- Ende Oktober die Seite der eigenen Pfarrei sowie die aktuellen Listen auf erzbistum-muenchen.de und ganz-muenchen.de prüfen, für das genaue Datum und die Uhrzeit dieses Jahres, da einzelne Pfarreien ihren Termin um ein bis zwei Tage verschieben und nicht alle exakt auf den 11. November fallen.
- Vorab eine Laterne kaufen oder basteln, und falls sie kein eingebautes Licht hat, separat einen batteriebetriebenen Leuchtstab besorgen, erhältlich in Drogerien, Spielwarenläden und auf Herbst- und Adventsmärkten in den Wochen davor. Das Licht am Vorabend testen.
- Ohne Anmeldung zur genannten Uhrzeit erscheinen. Für den Hauptumzug bedeutet das Frauenplatz gegen 16:30 Uhr, für einen Pfarreiumzug die Kirche oder den Kirchplatz zur angegebenen Zeit, meist gegen 17:00 Uhr.
- Sich auf einen 45-minütigen bis einstündigen Fußweg im Freien in der Novemberdämmerung einstellen: Kinderwagen für kleinere Kinder, wetterfeste Kleidung, und etwas Bargeld für Bratwurst, Punsch oder Martinsbrezen, die beim Abschlussfeuer oder im Pfarrgarten oft verkauft werden.
- Bei Bedarf einen frühen Abbruch einplanen. Dass ein müdes Kleinkind den Weg vorzeitig abbricht, ist normal und wird eingeplant, die meisten Umzüge enden ohnehin in einem lockeren Beisammensein statt an einer festen Ziellinie, ein früherer Abgang bedeutet also nicht, den Abend zu verpassen.
Hinweis zur Aktualität
Dieser Beitrag beschreibt eine wiederkehrende jährliche Gemeinde- und Kirchentradition und kein einzelnes fixes Ereignis. Er stützt sich auf die eigenen Ankündigungen des Erzbistums München und Freising, der Landeshauptstadt München, von St. Michael und weiterer Pfarreien sowie auf unabhängige Terminübersichten, Familienblogs und ein Elternforum, recherchiert Mitte 2026. Die konkreten Termine für 2026 standen zum Zeitpunkt dieser Recherche auf den meisten Pfarreiseiten noch nicht, sie werden erfahrungsgemäß erst im Oktober veröffentlicht, die Termine 2025 aus der Tabelle oben dienen daher als Anhaltspunkt für das übliche jährliche Muster, nicht als feststehender Kalender. Datum, Uhrzeit und Treffpunkt jeder Pfarrei in den Wochen vor dem 11. November direkt auf deren eigener Seite oder am Aushängebrett bestätigen.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Muss ich in einer Kita angemeldet sein, um mit meinem Kind zu einem Martinszug zu gehen?
Nein. Die meisten Münchner Martinszüge werden von einer Pfarrei organisiert, oft zusammen mit der angeschlossenen Kita, die die Laternen der eigenen Kinder vorher bastelt. Der Umzug selbst ist aber laut Erzbistum München und Freising und der Terminübersicht von ganz-muenchen.de ein Pfarrei- und Nachbarschaftsfest, keine geschlossene Kita-Veranstaltung. Wer im Viertel wohnt, kann mit eigener Laterne einfach mitlaufen. Der Münchner Familienblog Ich spring im Dreieck weist zwar darauf hin, dass die Umzüge fast ausschließlich von Kitas und Schulen organisiert werden, das betrifft aber die Organisation, nicht den Zugang, keine der recherchierten Ankündigungen beschränkt die Teilnahme auf angemeldete Kita-Kinder.
Muss ich mich vorher anmelden oder ein Ticket kaufen?
Für die Teilnahme nicht. Die Landeshauptstadt München erklärt in ihren eigenen Hinweisen für Veranstalter, dass kleine Umzüge über Nebenstraßen ohne Polizeieskorte keine städtische Genehmigung brauchen. Wer eine Polizeibegleitung möchte, muss die zuständige Polizeidienststelle mindestens 14 Tage vorher informieren, wer zusätzlich Straßenschilder wie Halteverbote braucht, meldet das mindestens vier Wochen vorher beim Veranstaltungsbüro des Kreisverwaltungsreferats an. Das betrifft ausschließlich die Organisatoren. Als Familie, die einfach mitgeht, gibt es nichts anzumelden und nichts zu bezahlen.
Was, wenn die Laterne meines Kindes kein Licht hat?
Vorher einen batteriebetriebenen Leuchtstab (auch Laternenstab genannt) besorgen, erhältlich in Drogerien, Spielwarenläden und auf vielen Herbst- und Adventsmärkten in den Wochen vor dem 11. November, und am Vorabend testen. Das ist der Klassiker unter den Anfängerfehlern: Neu zugezogene Eltern erwarten oft, dass die Laterne von selbst leuchtet, und merken erst kurz vor dem Termin, dass ein separater batteriebetriebener Stab hineingesteckt werden muss.
Welcher Münchner Umzug eignet sich am besten für ein sehr kleines Kind oder einen ersten Besuch?
Der Hauptumzug am Frauenplatz ist eine vernünftige erste Wahl, weil er zentral liegt, gut dokumentiert ist und sich bei einem müden Kleinkind leicht vorzeitig verlassen lässt. Laut St. Michael fällt der Umzug bei sehr schlechtem Wetter zwar aus, Dom und St. Michael verteilen dann aber trotzdem Martinsgebäck, sodass der Abend selten komplett ins Wasser fällt. Für eine kürzere, überschaubarere Alternative ist meist ein Pfarreiumzug in der eigenen Nachbarschaft die bessere Wahl, die meisten dauern unter einer Stunde und der Heimweg ist kurz, falls das Kind früher aufgeben will.