Fasching in München: Der öffentliche Straßenkarneval (nicht nur das Kita-Kostümfest)
Münchens öffentlicher Fasching besteht aus vier getrennten, kostenlosen Terminen, nicht aus einem einzigen Wochenende. Los geht es rund eine Woche vor dem Hauptwochenende mit dem Faschingsumzug der Damischen Ritter: 2027 am Sonntag, den 31. Januar, Start um die traditionelle Zeit 13:13 Uhr, mit über 50 Gruppen durch die Innenstadt bis zur Bühne am Marienplatz, Kinder mit leerer Tüte gehen meist mit Süßigkeiten nach Hause. Von Faschingssonntag bis Faschingsdienstag, 2027 also 7. bis 9. Februar, verwandelt „München Narrisch” die Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz in eine kostenlose Open-Air-Partymeile mit zwei Bühnen, Livebands, DJs und einem eigenen Kindertanz-Programm. Am Faschingsdienstag selbst, 2027 der 9. Februar, tanzen ab dem späten Vormittag die Standlerinnen des Viktualienmarkts beim Tanz der Marktweiber in selbst geschneiderten Kostümen, die ihren Stand darstellen, ebenfalls kostenlos. Und am Aschermittwoch, 2027 der 10. Februar, wäscht der Oberbürgermeister am Fischbrunnen symbolisch den Geldbeutel der Stadt, jeder darf mitmachen. Kein Kostüm ist irgendwo Pflicht. Alle vier Termine fielen 2025 nach dem tödlichen Autoanschlag in der Innenstadt aus und kehrten 2026 mit spürbar mehr Sicherheitskontrollen zurück, etwa Taschenkontrollen und einem Verbot von Glasflaschen, Bierbänken und Bollerwagen am Viktualienmarkt.
Was wirklich gilt
Münchens öffentlicher Fasching läuft nicht als ein Festwochenende, sondern als vier getrennte, unabhängig voneinander terminierte Straßentermine, und wer nur einen davon einplant, verpasst die anderen drei. Den Anfang macht der Faschingsumzug der Damischen Ritter, rund eine Woche vor dem eigentlichen Hauptwochenende. Die offizielle Vereinsseite der Damischen Ritter und die aktuelle Terminankündigung des Vereins bestätigen den festen Startzeitpunkt 13:13 Uhr, 2026 war das der 8. Februar, mit einer Route von der Frauenstraße auf Höhe des Viktualienmarkts hinter der Schrannenhalle Richtung Altheimer Eck und durch die Fußgängerzone bis zum Marienplatz, wo das Bühnenprogramm bis in den frühen Abend läuft. Über 50 Gruppen ziehen mit: Musikkapellen, Faschingsgesellschaften, Burschen- und Madlvereine, Tanzgruppen und historische Vereine. Nach kirchlichem Kalender fällt der Termin 2027 auf Sonntag, den 31. Januar, die genaue Route für 2027 stand zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht auf den offiziellen Seiten, sie wird wie in den Vorjahren erst wenige Wochen vorher final festgelegt.
| Termin | 2027-Datum | Ort | Kosten |
|---|---|---|---|
| Faschingsumzug der Damischen Ritter | So, 31. Januar, Start 13:13 Uhr | Innenstadt, endet am Marienplatz | Kostenlos |
| München Narrisch (Straßenfasching) | So 7. bis Di 9. Februar | Fußgängerzone, Stachus bis Marienplatz | Kostenlos |
| Tanz der Marktweiber | Di, 9. Februar, ab spätem Vormittag | Viktualienmarkt | Kostenlos |
| Geldbeutelwaschen | Mi, 10. Februar, Aschermittwoch | Fischbrunnen, Marienplatz | Zuschauen kostenlos |
| Kinderball der Damischen Ritter | Mitte Februar (nach aktuellem Muster) | Löwenbräukeller | Rund 19 Euro, bis 3 Jahre kostenlos |
München Narrisch dauert drei Tage, nicht einen, und läuft in genau der Fußgängerzone, die sonst Einkaufsstraße ist. Die offizielle Seite von muenchen.de zu München Narrisch beschreibt, wie sich Neuhauser Straße und Kaufinger Straße zwischen Stachus und Marienplatz von Faschingssonntag bis Faschingsdienstag in eine durchgehende Partymeile verwandeln, 2027 also vom 7. bis 9. Februar. Zwei Open-Air-Bühnen, eine am Stachus, eine am Marienplatz, laufen täglich ab dem Mittag mit DJs, Livebands und Tanzschulauftritten, darunter ein eigener Programmpunkt für Kindertanz, dazu Auftritte reichen von Hip-Hop über Rock’n’Roll bis Salsa. Kostüme sind erwünscht, aber laut offizieller Seite ausdrücklich keine Pflicht. Entlang der Strecke verkaufen Marktleute, Schausteller und Münchner Wirte Essen und Getränke, der Eintritt ist frei.
Der Tanz der Marktweiber ist der am meisten fotografierte Moment des Münchner Faschings, und er findet nur an einem einzigen Vormittag im Jahr statt. Nach Angaben der offiziellen Seite von muenchen.de zum Tanz der Marktweiber beginnt das Programm gegen 9:30 Uhr mit einem Aufwärmprogramm, die offizielle Eröffnung durch den Oberbürgermeister folgt um 10 Uhr, danach tanzen für rund eine Stunde die Standlerinnen selbst, Bäckerinnen, Metzgerinnen, Blumenhändlerinnen, jeweils an ihrem Kostüm als solche erkennbar. Die Tradition reicht laut derselben Quelle über 100 Jahre zurück, seit 1987 findet sie auf einer festen Bühne im Biergarten-Bereich des Viktualienmarkts statt. Das Münchner Familienportal Ich spring im Dreieck warnt Eltern in seiner Terminliste ausdrücklich: „Achtung sehr viele Menschen!”, wer die Bühne wirklich sehen will, sollte entsprechend früh da sein, der Viktualienmarkt ist ein einzelner Platz, keine weite Fläche.

Nichts davon fand 2025 statt, und wer den Grund kennt, versteht auch, warum die Kontrollen seit 2026 strenger sind. Der Faschingsumzug, für den 23. Februar 2025 geplant, wurde nach einem tödlichen Autoanschlag in der Münchner Innenstadt am 13. Februar 2025 abgesagt, bei dem laut Berichterstattung zwei Menschen starben. Ein Bericht von muenchen.t-online.de zitiert die Damischen Ritter direkt: „Uns ist nicht nach Feiern zumute”, und weiter: „Die ganze Stadt trauert, und wir trauern mit.” Auch das Geldbeutelwaschen fiel 2025 aus, das bestätigt indirekt Oberbürgermeister Dieter Reiter auf der offiziellen Geldbeutelwaschen-Seite, wo er festhält, dass der Ausfall im Vorjahr sich „nicht gerade positiv auf die städtischen Finanzen ausgewirkt” habe. Die Abendzeitung München beschreibt die Rückkehr 2026 mit spürbar verschärften Regeln: Aus Sicherheitsgründen verboten waren Bierbankgarnituren, Campingstühle, Bollerwagen, größere Getränkemengen sowie Waffen und Messer, von Glasflaschen und Gläsern wurde ausdrücklich abgeraten. Wer diese Termine besucht, sollte mit Taschenkontrollen und Absperrungen rechnen, auch wenn man sie von früheren Jahren nicht kennt.
Der Saison folgt ein kurzer Nachklang. Am Aschermittwoch, dem Tag nach Faschingsdienstag, findet am Fischbrunnen auf dem Marienplatz das Geldbeutelwaschen statt, eine laut offizieller Seite bis ins 15. Jahrhundert zurückreichende Tradition: Der Oberbürgermeister taucht symbolisch die Geldbörse der Stadt in den Brunnen, um den Überschwang der Faschingszeit abzuwaschen, und jeder darf mit der eigenen Geldbörse mitmachen. Es ist eine Sache von wenigen Minuten, kostenlos anzusehen, aber ein netter Abschluss, wenn man an diesem Tag ohnehin mit Kindern in der Innenstadt ist.
Was echte Leute sagen
Münchner Familienportale trennen recht klar zwischen den kostenlosen öffentlichen Straßenterminen und einer zweiten Kategorie von organisierten, meist kostenpflichtigen Indoor-Feiern. Ich spring im Dreieck listet München Narrisch und den Tanz der Marktweiber neben Dutzenden separaten Kinderfasching-Partys, Kleinkindfasching-Terminen und Teenie-Events an ganz anderen Orten der Stadt, jeweils mit eigenem Alter, eigener Uhrzeit und eigenem Programm. Der Unterschied liegt vor allem in der Vorhersehbarkeit: Die Straßentermine sind spontaner, lauter und deutlich voller, während die Indoor-Alternativen ein festes Zeitfenster, einen begrenzten Raum und meist ein Kinderprogramm mit Spielen und Schminken bieten, eher etwas für sehr kleine Kinder, die mit Gedränge noch wenig anfangen können.
Zum historischen Hintergrund der Damischen Ritter selbst liefert die Vereinsseite eine hübsche Randnotiz, die weit über das offizielle Vereinsjubiläum hinausgeht: 28 langjährig bekannte Münchner Herren, alle Mitglieder der Bürger-Sängerzunft München und wegen zu ausgelassenen Verhaltens bei den Chorproben gerügt, trafen sich am 11. Dezember 1928 erstmals im Turm des Löwenbräukellers und nannten sich zunächst schlicht Turmfalken. Der Name Damische Ritter kam erst in den fünfziger Jahren dazu, als der Wirt Xaver Heilmanseder Unterhaltung für zwei schwach besuchte Abende brauchte und Gründungsmitglied Edi Gebetshammer die Idee mit Brettern vor dem Kopf und Kochlöffeln als Brustpanzer hatte, aus der bis heute die charakteristischen Helme des Umzugs stammen. Wer beim Umzug also besonders schräge Kopfbedeckungen sieht, sieht eine fast hundert Jahre alte Tradition, keine spontane Verkleidung.
Schritt für Schritt
- Alle vier Termine getrennt im Kalender notieren. Für 2027: Umzug der Damischen Ritter Sonntag, 31. Januar; München Narrisch Sonntag 7. bis Dienstag 9. Februar; Tanz der Marktweiber am Dienstag, 9. Februar; Geldbeutelwaschen am Mittwoch, 10. Februar. Es ist nicht ein Wochenende, sondern vier Anlässe über zwei Wochen verteilt.
- Für den Umzug der Damischen Ritter rechtzeitig vor 13:13 Uhr einen Platz an der Route oder am Marienplatz sichern, eine leere Tüte für geworfene Süßigkeiten einpacken, näher an der Absperrung stehen erhöht die Fangquote.
- Für München Narrisch vorher das Bühnenprogramm des jeweiligen Tages checken, damit der Besuch mit dem Kindertanz-Programm zusammenfällt und nicht mit einem Set, das die Kinder nicht interessiert.
- Für den Tanz der Marktweiber spätestens gegen 9:30 Uhr am Viktualienmarkt sein. Es ist ein einzelner Platz, kein weites Gelände, und er füllt sich schnell, ohne reservierten Bereich für Familien.
- Für echtes Februar-Wetter im Freien anziehen, Zwiebellook, wasserfeste Schuhe, Handschuhe. Keiner der vier Termine hat eine Indoor-Alternative bei Regen oder Schnee.
- Kein Kostüm besorgen müssen, wenn keine Lust darauf besteht. Bei keinem der Termine ist Verkleidung Pflicht, warme normale Kleidung fällt nicht auf.
- Wer lieber drinnen, im Sitzen, bei planbarem Wetter feiert, bucht statt des Straßenumzugs den Kinderball der Damischen Ritter im Löwenbräukeller vorab, diese Termine sind erfahrungsgemäß schnell ausgebucht.
- Kurz vor dem jeweiligen Termin die genauen Daten, die Route und aktuelle Sicherheitsregeln auf muenchen.de prüfen. Die Kalenderdaten des Faschings verschieben sich jedes Jahr mit Ostern, und Umzugsrouten stehen meist erst wenige Wochen vorher fest.
Hinweis zur Aktualität
Dieser Beitrag beruht auf offiziellen Seiten von muenchen.de und der Damischen Ritter, ergänzt um unabhängige Berichterstattung und einen Münchner Familienblog, Stand Mitte 2026. Die 2027-Termine für München Narrisch, den Tanz der Marktweiber und das Geldbeutelwaschen sind aus dem kirchlichen Kalender berechnet und stimmen mit unabhängigen Quellen überein, der genaue Umzugsablauf und die Route der Damischen Ritter für 2027 waren zum Zeitpunkt der Recherche auf den offiziellen Seiten noch nicht veröffentlicht. Genaue Uhrzeiten, Routen und Sicherheitsregeln stehen erfahrungsgemäß erst wenige Wochen vor dem jeweiligen Termin fest und können sich von Jahr zu Jahr ändern. Vor dem Besuch lohnt sich eine kurze Prüfung auf muenchen.de.
Häufige Fragen & Stolperfallen
Ist der Münchner Fasching dasselbe wie der Kölner Karneval?
Nein, und wer eine Art kleineren Kölner Karneval erwartet, wird überrascht sein. Bayern nennt seine Version Fasching, nicht Karneval, und sie ist spürbar kompakter: statt wochenlanger täglicher Straßenumzüge konzentriert sich das öffentliche Programm in München auf wenige Termine rund um Faschingswochenende und die Woche davor. Trotzdem gibt es echte öffentliche Umzüge, eine Marktplatz-Tanztradition am Viktualienmarkt und hunderte Faschingsbälle in der Stadt, nur eben in einem ruhigeren, kürzeren Rahmen als in Köln oder Düsseldorf.
Brauchen wir ein Kostüm für München Narrisch oder den Umzug der Damischen Ritter?
Nein. Beides sind kostenlose öffentliche Veranstaltungen ohne Kleiderordnung. Auf dem Umzug laufen zwar über 50 kostümierte Gruppen mit, aber als Zuschauer reicht normale, warme Kleidung völlig aus, Kostüme sind ein netter Bonus, kein Muss. Wichtiger als das Kostüm ist ohnehin, sich auf echtes Winterwetter einzustellen, beide Termine finden Ende Januar oder im Februar im Freien statt.
Was ist der Unterschied zwischen dem kostenlosen Straßenumzug und dem Kinderball der Damischen Ritter?
Zwei völlig getrennte Veranstaltungen desselben Vereins. Der Faschingsumzug durch die Innenstadt bis zum Marienplatz ist kostenlos, findet draußen statt und ist offen für jeden, der vorbeikommt. Der Kinderball dagegen ist eine separate, kostenpflichtige Indoor-Feier im Löwenbräukeller mit Tanz, Spielen, Kinderschminken und Buffet, aktuell rund 19 Euro pro Person, Kinder bis einschließlich 3 Jahre kommen kostenlos rein. Bei schlechtem Wetter oder wenn eine ruhigere, drinnen stattfindende Alternative gesucht wird, ist der Kinderball die bessere Wahl, sollte aber vorab gebucht werden.
Ist es nach den Ereignissen von 2025 noch sicher, mit kleinen Kindern hinzugehen?
Münchens öffentlicher Straßenfasching 2025, also der Umzug der Damischen Ritter, München Narrisch, der Tanz der Marktweiber und auch das Geldbeutelwaschen, fiel komplett aus, nachdem ein Auto Mitte Februar 2025 in eine Menschenmenge in der Innenstadt gefahren war und zwei Menschen starben. Die Veranstalter erklärten damals offen, ihnen sei schlicht nicht nach Feiern zumute gewesen. 2026 kehrten alle Termine mit sichtbar verschärften Sicherheitsvorkehrungen zurück: Am Viktualienmarkt wurden unter anderem Glasflaschen, Bierbankgarnituren, Campingstühle, Bollerwagen und größere Getränkemengen an den Eingängen untersagt. Wer mit Kindern hingeht, sollte mit Taschenkontrollen und Absperrungen rechnen und sich kurz vor dem Termin auf muenchen.de über die aktuellen Regeln informieren.